Straßen-Streit: Opposition macht Baustelle auf. Grüne und NEOS fordern weniger Versiegelung für neue Straßen in St. Pölten. Rasengittersteine für Stadt zu teuer.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 16. April 2021 (04:57)
Ein Spiegel könnte laut ÖVP ein Verkehrsproblem am Mausloch an der Kreuzung zur Austraße beheben. Die Stadt verspricht generell bauliche Verbesserungen in Absprache mit den ÖBB. 
Nadja Straubinger

Mehrere Millionen Euro investiert die Stadt heuer in den Straßenbau und in die Verkehrssicherheit. Bei der Gemeinderatssitzung enthielten sich Grüne und NEOS jedoch überraschend oft bei den Beschlüssen. Die ÖVP fordert Klarheit bei der Verkehrssituation am Kellerweg und will mehr Sicherheit am „Mausloch“ an der Kreuzung mit der Austraße.

Acht Mal enthielten sich die Mandatare der NEOS und der Grünen. Dabei ging es jeweils um Neubau oder Ausbau von Straßen – wie etwa den Vollausbau der Dr.-Schinnerl-Gasse im Süden oder die Erstbefestigung der Straßen im neuen Siedlungsgebiet auf der Schanze. „Siedlungsstraßen mit Fahrbahnbreiten bis zu sechs Metern sind völlig überzogen“, begründet Grüne-Sprecherin Christina Engel-Unterberger. Breite Straßen würden zu überhöhter Geschwindigkeit einladen und unnütze Bodenversiegelung verursachen. Siedlungsstraßen sollten als „Shared Spaces“ genutzt werden. „Solange weiterhin aus dem Auto heraus geplant wird, werden wir uns weiterhin der Stimme enthalten“, so Engel-Unterberger.

Baudirektor Wolfgang Lengauer verweist auf die NÖ Bauordnung, wonach die Gemeinde ab einer bestimmten Bebauungsdichte eine staubfreie befestigte Fahrbahn herstellen muss. „Wir versiegeln nichts, außer der gesetzlich zu befestigenden Fahrbahn“, so Lengauer. Den Vorschlag der Grünen, Rasengittersteine für den Seitenstreifen zu verwenden, hält der Baudirektor für viel zu teuer.

Spiegel für Mausloch, freie Fahrt in Kellergasse

Bei der Verkehrssicherheit am Mausloch will ÖVP-Gemeinderat Florian Krumböck nachbessern. „Autolenker müssen sich aus der Sedlaczek-Gasse bis in die Austraße vortasten, um den Verkehr zu erkennen.“ Krumböck schlägt einen Spiegel als rasche Lösung vor. Laut Heinz Steinbrecher vom Medienservice soll es bereits Gespräche mit den ÖBB bezüglich einer generellen Verbesserung der dortigen Verkehrsachse geben.

Nicht aufgeben will Krumböck beim Fahrverbot in der Rendl-Keller-Gasse. Er erinnert die SPÖ an ein Versprechen, sich die Situation noch einmal anschauen zu wollen. Krumböck schlägt vor, die Poller an die Landstraße 162 zu versetzen, um die Durchfahrt aus Karlstetten zu vermeiden und in der Rendl-Keller-Gasse eine Begegnungszone zu installieren. Behördenleiter Martin Gutkas will aber an dieser Verkehrslösung nicht mehr rütteln: „Die Regelung hat ihr Ziel erreicht. Die Durchfahrt ist unterbrochen, Fußgänger und Radfahrer können ohne Gefährdung dort spazieren und hoffentlich bald auch die Gäste der Kellergasse.“