Große Geschichte vor dem St. Pöltner Raiffeisen Corner . Historisches vom Steinzeit-Messer bis zum Römer-Markt ist gesichert. Bald wird die Raiba-Zentrale wachsen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. August 2020 (17:00)
Fundstücke aus der Raiffeisen-Baustelle zeigen Gottfried Artner vom Archäologischen Dienst (l.) und Stadtarchäologe Ronald Risy (2. v. r.) mit Raiffeisen-Geschäftsleitern Gerhard Buchinger und Thomas Schauer.
Raiffeisen

Lang ist die Geschichte der St. Pöltner und ihrer urbanen und ruralen Vorfahren. An der Ecke Daniel-Gran-Straße und Kremser Landstraße wird sie nun mit dem „raiffeisen corner“ fortgeschrieben. Bis in die Jungsteinzeit zurück reichen die Funde, die die Archäologen an der Stelle gefunden haben, wo Raiffeisen ihre neue Zentrale errichten wird.

Neben einer gut erhaltenen neolithischen Steinmesserspitze und Überbleibseln aus der Bronzezeit kamen vor allem Gegenstände aus der Römerzeit ans Tageslicht. Sie zeigen die Bedeutung der Stadt Aelium Cetium und ihres Hinterlands in der Provinz für die Versorgung der Garnisonen an der Donau. Von den Betrieben aus dem ausgedehnten landwirtschaftlich genutzten Bereich landeten Grundnahrungsmittel auf dem antiken Markt. Eine Reihe von freigelegten Vorrats- und Arbeitsgruben sowie Gräben, die zur Drainagierung sowie Lenkung von Oberflächenwassern dienten, zeugen vom betriebsamen Leben. Ebenso wurden Münzen, Keramik- und Buntmetallfunde wie Kleiderfibeln geborgen. Sie will Raiffeisen im neuen Haus der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Im Frühjahr 2022 will Raiffeisen eröffnen

Mit ihren Wurzeln im landwirtschaftlichen Bereich sieht Raiffeisen hier nun Geschichte und Moderne zwischen Bahnhof und Universitätsklinikum zusammenwachsen. Im Frühjahr 2022 soll die Zentrale eröffnen, als wichtiger Bestandteil für die künftige strategische Ausrichtung der Bank und zur Betreuung der Kunden in der Stadt sowie in der Region – mit einer Bankstelle, Gastrobetrieb und Veranstaltungssaal. 80 Mitarbeiter werden dann hier arbeiten. Baubeginn soll im Oktober sein.