Klosterneuburg: Hoffmanns Erzählungen.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 08. Juli 2019 (14:00)
Ferrigato
Puppenhaft: Daniela Fally (Olympia) mit Zurab Zurabishvili (Hoffmann) in Klosterneuburg.

Leicht hat er’s nicht, mit den Frauen. Die erste zerbricht ihm, die zweite verstirbt ihm, die dritte verrät ihn. Und die letzte rauscht mit dem Stadtrat (teuflisch gut: Clemens Unterreiner) von dannen. Da bleibt dem armen Hoffmann (ein Melancholiker in Lederhosen: Zurab Zurabishvili) nur der Rotwein, die Musik (etwa die sehnsüchtigen Cello-Soli) – und die Muse. Die marschiert in Frack und Ringelstrümpfen (überzeugend: Margarita Gritskova) durch Regisseur François de Carpentries’ (alp)traumhaftes Erinnerungs-Kabinett zwischen Reifröcken und Turmperücken, Gruselpuppen und Geigenwänden, Spiegelsälen und Theaterkneipen. Zum Weinen: Florina Ilies Antonia, zum Verfallen: Eugenia Dushinas Giulietta, zum Niederknien: Daniela Fallys Olympia.

Fazit: Ein Dichterleben wie ein Kostümfilm – prächtig, poetisch, phantastisch.