Rechtsschutzversicherung Immobilienkauf und -errichtung.

Erstellt am 03. Juni 2019 (10:18)
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Worauf muss man bei einer Rechtsschutzversicherung für Immobilienkauf und -errichtung achten?

Dr. Michael Koth: Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass Rechtsstreitigkeiten in Zusammenhang mit dem Kauf oder der Errichtung einer Immobilie – wenn es sich also um ein Projekt handelt, welches einer baubehördlichen Genehmigung bedarf - grundsätzlich nicht in der Rechtsschutzversicherung versichert werden. Wenn, dann ist das nur vereinzelt und äußerst eingeschränkt der Fall. Dies ist unabhängig davon, ob es sich um einen Neu- oder einen Umbau handelt.

Wenn zum Beispiel Gewährleistungs- bzw. Erfüllungsansprüche gegenüber Baumeistern oder Vorbesitzern geltend gemacht werden müssen, sind diese Kosten prinzipiell selbst zu tragen. Bloße Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten ohne Baubewilligung können jedoch im allgemeinen Vertrags-Rechtsschutz mitversichert werden. Bauherren können für Gefahren haftbar gemacht werden, die von ihrer Baustelle ausgehen. Es besteht diesbezüglich die Möglichkeit, eine Bauherrenhaftpflicht-Versicherung abzuschließen. Diese übernimmt berechtigte Ansprüche von Geschädigten sowie die Abwehr unberechtigter Forderungen.

In manchen Eigenheimversicherungen ist die Bauherrenhaftpflicht für kleinere Bauvorhaben inkludiert. Derartige Versicherungen beziehen sich jedoch immer auf Ansprüche von dritten Personen und nicht auf eigene Ansprüche im Zusammenhang mit dem Kauf und der Errichtung von Immobilien.

Ebenso bezieht sich der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung für Grundstückseigentum lediglich auf Rechtsstreitigkeiten als Liegenschaftseigentümer. Das umfasst etwa Streitigkeiten mit Nachbarn.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Michael Koth
Rechtsanwalt in Gänserndorf
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Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ.
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