Betriebskostenabrechnung: Worauf muss man achten?.

Erstellt am 22. Mai 2019 (08:53)
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Symbolbild

Dr. Anton Pirringer: Wohnt man zur Miete, stellt sich oft die Frage, wie Betriebskosten verrechnet werden, also welche Kosten der Vermieter für die Bewirtschaftung des Hauses vom Mieter verlangen kann.

Einerseits sollte man als Mieter die korrekte Aufteilung der Kosten für das vermietete Objekt kontrollieren. Andererseits ist bei Kontrolle der Abrechnung auch auf die Höhe der einzelnen verrechneten Posten zu achten. Dazu kann man beim Vermieter Einsicht in die entsprechenden Belege nehmen.

Darüber hinaus ist zu klären, ob das Mietrechtsgesetz voll anwendbar ist oder nicht. Diese Information sollte der Vermieter bzw. die Hausverwaltung geben können. Ist dies geklärt, muss unterschieden werden: Ist das Mietrechtsgesetz voll anwendbar, dürfen als Betriebskosten nur die im Gesetz aufgezählten Betriebskosten verrechnet werden (z. B. Kosten der Wasserversorgung, Rauchfangkehrung, Kanalräumung etc.). Abweichende Vereinbarungen im Mietvertrag sind unwirksam.

Wurde eine Jahrespauschalverrechnung vereinbart, werden monatliche Akontobeträge bezahlt und muss der Vermieter bis zum 30. Juni des Folgejahres eine Betriebskostenabrechnung legen und an einer geeigneten Stelle im Haus zur Einsicht auflegen. Überschüsse oder Fehlbeträge sind auszugleichen.

Ist das Mietrechtsgesetz nicht oder nicht voll anwendbar, entscheidet die Vereinbarung im Mietvertrag. Es darf das verrechnet werden, was vereinbart wurde. Auch in diesem Fall kann eine Jahrespauschalverrechnung vereinbart werden.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Anton Pirringer
Rechtsanwalt in Bruck an der Leitha
02162/62513
kanzlei@ra-pirringer.at

 

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