Arbeitsrecht.

Erstellt am 03. September 2018 (00:01)
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Symbolbild

Welche Rechte hat ein Arbeitnehmer bei Erkrankung seines Kindes?

Mag. Julian Wegerth: Mit dem Beginn des neuen Schuljahres und der bevorstehenden kühleren Jahreszeit wächst in vielen berufstätigen Eltern wieder verstärkt die Sorge um die Betreuung ihrer Kinder, wenn diese erkranken. Diese Sorge ist jedoch oft unbegründet, denn wenn es innerhalb der Familie niemanden gibt, der sich um ein erkranktes Kind kümmern kann, erlaubt das Gesetz einem
Elternteil, ohne Zustimmung des Arbeitgebers von der Arbeit fernzubleiben, wenn es die Pflege des
Kindes erfordert. Dieser Anspruch ist mit einer Woche pro Arbeitsjahr begrenzt und kann ohne  Unterbrechung, tageweise oder sogar stundenweise, konsumiert werden. Wenn das erkrankte Kind
jünger als zwölf Jahre ist, darf ein arbeitender Elternteil bis zu zwei Wochen pro Jahr Pflegefreistellung
beanspruchen. Der Arbeitgeber ist während dieser Zeit verpflichtet, dem Arbeitnehmer auch weiterhin dessen Lohn zu bezahlen. Sollte die Erkrankung des Kindes länger dauern, besteht das Recht, für die weitere Pflege Urlaub zu nehmen, ohne vorher mit dem Arbeitgeber eine Urlaubsvereinbarung schließen zu müssen. Da der Arbeitnehmer die Erkrankung des Kindes und die Notwendigkeit der Pflege melden und nachweisen muss, empfiehlt es sich, dem Arbeitgeber unverzüglich eine ärztliche Bestätigung vorzulegen. Schließlich lohnt es sich, auch einen Blick in den Arbeitsvertrag, in die  Betriebsvereinbarungen und in den Kollektivvertrag zu werfen, weil dort die Pflegefreistellung für die Eltern manchmal vorteilhafter geregelt ist als im Gesetz.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Julian Wegerth
Rechtsanwalt in Ebreichsdorf
0660/7900796
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