Arbeitsrecht.

Erstellt am 26. November 2018 (00:01)
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Symbolbild

Ab wann gilt ein freier Mitarbeiter als scheinselbstständig?

Mag. Katharina Hausmann: Viele Menschen kennen in ihrem Umfeld jemanden, der seinen Lebensunterhalt als „freier Mitarbeiter“ oder auf „Werkvertragsbasis“ verdient. Oft stellt sich für Laien die Frage, was genau unterscheidet diese Formen der Beschäftigung von einem normalen Dienstverhältnis. Tatsächlich ist die verbindliche Einordnung, ob jemand als echter Dienstnehmer, freier Dienstnehmer oder im Rahmen eines Werkvertrages tätig ist, auch für Juristen nicht ohne Weiteres möglich.
Es sind eine Vielzahl von Merkmalen und Indizien abzuwägen und meist wird diese Frage erst durch das Arbeits- und Sozialgericht geklärt. Wenn ein freier Dienstnehmer oder Werkunternehmer überwiegend für einen Auftraggeber tätig ist, in dessen Betriebsstruktur eingegliedert ist und dessen Weisungen unterliegt, ist es durchaus möglich, dass er nur „scheinselbstständig“ ist.

Was aber ist die Folge einer solchen Falscheinstufung? Der Betroffene würde vollständig dem Arbeitsrecht unterliegen und Anspruch auf ein kollektivvertragliches Mindestentgelt sowie Sonderzahlungen, Überstunden und Feiertagszuschläge haben. Außerdem würde ihm auch Urlaub und für den Krankheitsfall eine Entgeltfortzahlung zustehen.

Eine Fehleinstufung kann zu Lasten des Dienstgebers gehen, der gegebenenfalls Nachzahlungen an den Dienstnehmer und auch an die Sozialversicherung leisten muss. Der rückwirkende Wegfall des Rechtes auf Vorsteuerabzug kann auch für den Dienstnehmer finanzielle Nachteile bedeuten.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Katharina Hausmann
Rechtsanwältin in Berndorf
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