Arbeitsrecht.

Erstellt am 05. Februar 2018 (00:01)
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Pflegeurlaub: Wer hat Anrecht darauf?

Dr. Romana Weber-Wilfert: Erkrankt ein naher Angehöriger, der im gemeinsamen Haushalt lebt, so hat der Arbeitnehmer wegen der notwendigen Pflege Anspruch auf bezahlte Pflegefreistellung. Diese Freistellung ist im Ausmaß von einer Woche pro Arbeitsjahr berechnet.

Darüber hinaus gibt es eine zusätzliche Pflegefreistellungswoche, wenn es um ein Kind geht, das noch nicht zwölf Jahre alt ist und neuerlich pflegebedürftig krank wird. Das Entgelt ist während der Pflegefreistellung weiter zu bezahlen.

Nahe Angehörige in diesem Sinne sind Ehepartner, eingetragene Partner sowie Lebensgefährten, Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, leibliche Kinder, im gemeinsamen Haushalt lebende leibliche Kinder der Ehepartner, eingetragenen Partner und Lebensgefährten, Enkel, Urenkel, Wahl- und Pflegekinder. Zu beachten ist, dass für leibliche Kinder der Anspruch unabhängig davon besteht, ob ein gemeinsamer Haushalt vorliegt oder nicht.

Als Erkrankung gelten nicht nur akute oder plötzlich auftretende Krankheiten, sondern auch chronische Leiden. Entscheidend ist, ob eine Pflegebedürftigkeit gegeben ist oder nicht.
Aber auch bei gesunden Kindern kann Pflegefreistellung beansprucht werden, wenn die Person, die das Kind ständig betreut, aus schwerwiegenden Gründen ausgefallen ist, zum Beispiel weil sie erkrankt ist, ins Krankenhaus musste oder verstorben ist. Oft besteht das Problem, dass der Anspruch zeitlich erschöpft ist. Dann kann für die notwendige Pflege eines Kindes unter zwölf Jahren, auch ohne vorherige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber, Urlaub genommen werden, sofern noch offener Urlaub besteht.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Romana Weber-Wilfert
Rechtsanwältin in Mödling
02236/869291
moedling@csw-legal.at

 

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at