Baurecht.

Erstellt am 15. Oktober 2018 (00:01)
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Bevor Ziegel auf Ziegel gesetzt werden kann, müssen einige gesetzliche Punkte beachtet und Bewilligungen eingeholt werden.

Was muss man rechtlich beachten, bevor man mit dem Hausbau beginnt?

Mag. Andreas Reiff: Am Beginn des Bauvorhabens steht die Beauftragung von Planern und Handwerkern. Dabei gibt es die verschiedensten Vertragsgestaltungen. Der Bauherr kann mit jedem Planer und Handwerker einen gesonderten Vertrag abschließen. Das kann Kosten sparen, wenn man für jeden Teilbereich den günstigsten Anbieter wählt. Allerdings können allfällige Mängel auch nur bei jenem Planer oder Handwerker geltend gemacht werden, der diese tatsächlich zu verantworten hat und dafür haftet. Wer das ist, ist manchmal gar nicht so leicht festzustellen.

Kommt es beispielsweise nach Fertigstellung des Hauses zu einem Wassereintritt im Keller, kann das an einem Planungsfehler des Architekten oder einem Ausführungsfehler des Handwerkers liegen. Im schlimmsten Fall drohen langjährige Auseinandersetzungen. Durch Abschluss eines Vertrages mit einem sogenannten Generalunternehmer kann dieses Problem vermieden werden. Damit liegen im Idealfall sämtliche Planungen und Ausführungen in einer Hand. Zeigen sich in weiterer Folge Mängel, ist das Unternehmen jedenfalls der richtige Ansprechpartner.

Auch wenn die Frage der Verantwortung klar beantwortet werden kann, kommt es hin und wieder vor, dass Bauunternehmen die Mängelbehebung verweigern. Gewährleistungsansprüche aus Baumängeln können dann nur mittels Klage durchgesetzt werden. Die Kosten dafür können enorm sein und sind nur in den seltensten Fällen im Baubudget eingeplant. Aus diesem Grund empfiehlt sich vor Beginn jedes Hausbaus der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Andreas Reiff
Rechtsanwalt in Stockerau
0660/5448992
kanzlei@andreasreiff.at

 

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