Baurecht.

Erstellt am 07. Januar 2019 (00:01)
shutterstock.com/VSem

Holzbauwerke durch die Juristenbrille…

Dr. Wolfgang Grohmann: Nicht nur Almhütten werden aus Holz gebaut – auch große Wohnhäuser. In Skandinavien werden sogar Hochhäuser aus Holz gebaut. Es gibt Sporthallen, Industriehallen und sogar Flughafengebäude aus Holz, die von hervorragenden Technikern aus Mautern geplant und umgesetzt wurden.

Juristische Extrawürste gelten für Bauwerke aus Holz jedoch nicht. Sie müssen ebenso wie Häuser aus Ziegel, Stahl oder Beton allen Gefahren standhalten, die üblicherweise über ein Gebäude hereinbrechen können. Sie müssen also Brandgefahren trotzen, Wassereinflüssen standhalten und selbstverständlich auch statisch allen Erfordernissen entsprechen, die für ihre Konkurrenten aus Ziegel, Stahl und Beton gelten. In Niederösterreich machen die bautechnischen Vorschriften, die „OIB-Richtlinien“ für mechanische Festigkeit, Brandschutz, Hygiene, Wärmeschutz etc., keinen Unterschied. Dementsprechend findet sich das Wort „Holz“ in der OIB-Richtlinie 2 (Brandschutz) überhaupt nur dort, wo für besondere Umstände spezielle Ausstattungen von Holz erforderlich sind.

Der Einsatz von Holz ist also grundsätzlich auch für besondere Bauten durchaus zulässig und möglich. Wer Holzhäuser errichtet, muss dafür aber entsprechende Kenntnisse aufweisen. Die Gewerbeordnung regelt den Beruf des Holzbau-Meisters. Der Einbau eines Ofens in ein Holzhaus bedarf besonderer Kenntnisse, eine Fliesenleger und Hafnerausbildung reichen nicht.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Wolfgang Grohmann
Rechtsanwalt in Krems
02732/86565
anwalt@riel-grohmann.at

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ.
www.raknoe.at