Baurecht.

Erstellt am 23. April 2019 (11:05)
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Symbolbild

Was muss man vor dem Baubeginn bedenken?

Mag. Julian Wegerth: Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass in der Regel die Zustimmung der Baubehörde eingeholt werden muss, bevor in Niederösterreich mit einem Bau begonnen werden darf. Diese Einschränkung der Eigentumsfreiheit dient vor allem dem Schutz der Allgemeinheit, aber auch dem des Bauherrn: Insbesondere die Standsicherheit und der Brandschutz spielen eine zentrale Rolle.

Die wichtigsten Voraussetzungen, um eine Baubewilligung zu erlangen, sind jedoch die Lage des Grundstückes im Bauland und dessen rechtliche Eigenschaft als Bauplatz. Ob diese Voraussetzungen vorliegen, erfährt man bei der Baubehörde. Falls noch keine Bauplatzerklärung erteilt wurde, kann diese vom Bauherrn beantragt werden.

Wird ein Grundstück zum Bauplatz erklärt, ist die sogenannte Aufschließungsabgabe zu bezahlen, die in der Praxis häufig eine unerwartet hohe finanzielle Belastung darstellt. Bei dieser Abgabe handelt es sich um einen Beitrag zu den Herstellungskosten der örtlichen Infrastruktur wie z. B. des Straßen- und des Kanalnetzes.

Im Baubewilligungsverfahren geht es schließlich um die Frage, ob das konkrete, vom Bauherrn eingereichte Bauwerk errichtet werden darf. Erst mit einem positiven Bewilligungsbescheid, dem eine Bauverhandlung vorangehen kann, darf mit dem Bau begonnen werden.

Häufig entstehen Probleme, weil die Dauer und der Aufwand des Bauverfahrens unterschätzt werden. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig vor dem geplanten Baubeginn ein ausreichend großes Zeitfenster für das Bauverfahren einzuplanen.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Julian Wegerth
Rechtsanwalt in Ebreichsdorf
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