Erbrecht.

Erstellt am 09. Juli 2018 (00:01)
Shutterstock.com, Syda Productions

Welche Pflichten hat man, wenn man eine Urne zu Hause hat?

Mag. Katja Pfeiffer: Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die seit einigen Jahren auch in Niederösterreich bestehende Möglichkeit, die Asche geliebter Verstorbener in einer Urne oder Aschenkapsel bei sich zu Hause aufzubewahren.

Voraussetzung hierfür ist, gemäß dem NÖ Bestattungsgesetz 2007, dass man die zivilrechtliche Zustimmung des Eigentümers oder Verfügungsberechtigten der Liegenschaft bzw. Wohnung, auf/in der man die Urne verwahren möchte, nachweist. Des Weiteren ist eine Bewilligung der zuständigen Gemeinde erforderlich. Der Bürgermeister hat diese grundsätzlich zu erteilen, wenn die geplante Aufbewahrung nicht gegen den öffentlichen Anstand verstößt. Um dies beurteilen zu können, ist anzugeben, in welchem Raum die Urne aufgestellt werden soll. Zu beachten ist, dass bei einem Umzug ein neuerlicher Antrag zu stellen ist, weil der Bescheid immer nur für einen konkreten Aufbewahrungsort erteilt wurde.

Eine Überprüfung durch die Gemeinde, ob die Urne bewilligungsgemäß aufgestellt wird, erfolgt in der Praxis jedoch nicht. Es besteht auch keine Verpflichtung, Trauernden Zugang zur Urne zu ermöglichen. Dies kann zu Problemen zwischen den Angehörigen führen, weil ohne eine allgemein zugängliche Grabstelle die Trauerarbeit für diese Personen erschwert wird. Viele Menschen sind sich auch nicht bewusst, dass der Umstand, dass man die Urne bei sich zu Hause ständig vor Augen hat, eine seelische Belastung darstellen kann, weshalb dieser Schritt gut überlegt sein sollte.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Katja Pfeiffer
Rechtsanwältin in Herzogenburg
02782/82828
kanzlei@hp-ra.at

 

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at