Erbrecht.

Erstellt am 05. November 2018 (00:01)
Africa Studio/Symbolbild

Wie funktionieren Schenkungen zu Lebzeiten?

Dr. Thomas Trixner: Sie kennen das Sprichwort „Geschenke erhalten die Freundschaft“. Damit sind die kleinen Aufmerksamkeiten des täglichen Lebens, sei es eine gute Flasche Wein oder ein Strauß Blumen, gemeint.

Es gibt aber auch große Geschenke, für die sich der Staat interessiert, zum Beispiel wenn Eltern ihren Kindern Geld, sei es zum Hausbau oder zum Abtragen eines Kredites, schenken. Das will der Staat wissen, weil der Verdacht naheliegt, dass jemand, der ein durchschnittliches Einkommen bezieht und auf einmal sein Einfamilienhaus ausbezahlt, Teile seines Einkommens an der Steuer vorbeigeschummelt haben könnte.

Erfreulicherweise will der Staat nichts außer der bloßen Information. Dafür ist das sogenannte Schenkungsmeldegesetz geschaffen worden und es gibt zwei Kategorien – nämlich: Schenkungen an nahe Angehörige, worunter primär Eltern, Lebensgefährten, Ehepartner und Kinder zu verstehen sind. Wer innerhalb eines Jahres Sachen mit einem Wert von mehr als 50.000 Euro schenkt, ist meldepflichtig. Bei Schenkungen an Fremde ist diese Schranke niedriger.

Hier sind alle Geschenke innerhalb der vergangenen fünf Jahre, die insgesamt einen Wert von 15.000 Euro überschreiten, meldepflichtig. Trifft dies zu, muss das dem Finanzamt gemeldet werden. Bei Unterlassung der Meldung droht eine Geldstrafe im Ausmaß von bis zu zehn Prozent des Wertes des geschenkten Vermögens. Sollten Sie beabsichtigen, etwas Wertvolles zu verschenken, rate ich Ihnen, zuvor den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens von dieser Schenkung zu verständigen – es lohnt sich!

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Thomas Trixner
Rechtsanwalt in St. Pölten
02742/301390
kanzlei@ra-trixner.at

 

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at