Erbrecht.

Erstellt am 28. Januar 2019 (09:42)
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Was ist die gesetzliche Erbfolge?

Mag. Dietmar Krammer MA: Wenn der Verstorbene zu Lebzeiten keine letztwillige Anordnung getroffen oder nur über Teile seines Vermögens verfügt hat, dann sieht die gesetzliche Erbfolge eine geordnete Rechtsfolge vor. Das österreichische Erbrecht kennt als gesetzliche Erben nur die Blutsverwandten des Verstorbenen und dessen Ehegatten. Pflege-, Stiefkinder und verschwägerte Personen haben kein gesetzliches Erbrecht. Die Verwandten werden entsprechend der Nähe ihrer Abstammung in Parentelen eingeteilt.

Die erste Parentel wird von den Nachkommen des Verstorbenen gebildet. Die zweite Parentel bilden die Eltern des Verstorbenen und deren Kinder, die dritte Parentel die Großeltern des Verstorbenen und deren Nachkommen und die vierte Parentel bilden die Urgroßeltern. Befindet sich der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes in einer Ehe oder eingetragenen Partnerschaft, so erbt auch der Ehegatte bzw. eingetragene Partner neben den bereits genannten Parentelen. Zu welcher Quote der Ehegatte erbt, richtet sich danach, neben welcher Parentel der Ehegatte erbt.

Neben den Kindern (1. Parentel) steht dem Ehegatten 1/3 der Verlassenschaft zu. Neben der 2. Parentel steht dem Ehegatten 2/3 der Verlassenschaft zu. Die Eltern des Verstorbenen erhalten 1/3. Ist ein Elternteil bereits vorverstorben, so fällt dieser Teil nicht dem noch lebenden Elternteil zu, sondern dem Ehegatten. Neben dem Ehegatten können somit nur alle Nachkommen des Verstorbenen bzw. bei deren Fehlen, die Eltern des Verstorbenen gesetzliche Erben werden.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Dietmar Krammer, MA
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