Erbrecht.

Erstellt am 03. April 2018 (00:01)
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Wie läuft ein Verlassenschaftsverfahren ab?

Dr. Susanne Schuh: Als Erbe darf man den Nachlass nicht eigenmächtig in Besitz nehmen, sondern erwirbt diesen aufgrund des Verlassenschaftsverfahrens, das beim letzten Wohnsitzgericht des Verstorbenen geführt wird. Die komplexen Verfahrensbestimmungen können für Hinterbliebene eine bürokratische Hürde darstellen, weshalb hier ein Überblick geboten wird. Eingeleitet wird das Verfahren vom Gericht, nach Übermittlung der Sterbeurkunde durch das Standesamt. Die Todesfallaufnahme durch den Gerichtskommissär dient der Erhebung für die Abhandlung relevanter Umstände (Wert der Verlassenschaft, potentielle Erben, letztwillige Verfügungen etc). Es ist wichtig, Ladungen des Gerichtskommissärs Folge zu leisten und diesem vollständige und richtige Informationen zu erteilen. Ist der Nachlass überschuldet oder geringfügig (maximal 5.000 Euro) endet das Verfahren hier oder es kommt zur Verlassenschaftsinsolvenz. Andernfalls müssen die Erben ihr Erbrecht erklären und überlegen, eine bedingte oder unbedingte Erbantrittserklärung abzugeben.

Achtung: Im ersten Fall haftet der Erbe begrenzt, im zweiten Fall haftet der Erbe unbegrenzt für die Verlassenschaftschulden. Liegen widersprechende Erbantrittserklärungen vor, muss sich der Gerichtskommissär für eine Einigung einsetzen – letztlich entscheidet das Gericht. Ist das quotenmäßige Erbrecht urkundlich nachgewiesen, geht das Erbe auf die Erben über. Bei Fragen zur Vertragserrichtung oder im Erbfall berät Sie Ihr Rechtsanwalt.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Susanne Schuh
01/8659991
Rechtsanwältin in Perchtoldsdorf
anwaeltin@ra-schuh.at

 

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