Gewährleistung.

Erstellt am 27. August 2018 (00:01)
Shutterstock.com, A. and I. Kruk
Symbolbild

Online-Marktplätze wie willhaben und sphock – welche Rechte haben  Käufer und Verkäufer?

Mag. Stephanie Psick-Göls: Der Secondhand-Verkauf im Internet boomt nach wie vor. Übersehen wird dabei leider oft, dass auch mit dem schnellen Verkauf im Internet Pflichten verbunden sind.

Privatpersonen können im Vorfeld die Gewährleistung ausschließen, wobei dies im Streit immer vom Verkäufer zu beweisen ist! Andernfalls leistet der Verkäufer prinzipiell Gewähr für die Mängelfreiheit seiner Ware. Aufpassen muss der Verkäufer, wenn er weiß, dass seine Ware mangelhaft ist und er dies verschweigt oder Eigenschaften zusichert, die die Ware nicht hat. Dann schützt ihn auch kein vereinbarter Gewährleistungsausschluss, denn der Käufer kann den Kaufvertrag wegen Irrtums anfechten. Zu alledem könnte der Verkäufer auch noch schadenersatzpflichtig werden.

Probleme können sich auch beim Versand ergeben: Bereits die Übergabe der Ware an die Post gilt als Übergabe an den Käufer. Daher begründen die Beschädigung beim Versand oder der Verlust keine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Verkäufer. Möchte man auf „Nummer sicher gehen“ empfiehlt es sich, eine persönliche Übergabe der Ware gegen sofortige Zahlung zu vereinbaren: Offenkundige Mängel können gleich reklamiert werden.

Ebenso trifft den Verkäufer nicht das Risiko, dass der Kaufpreis nicht gezahlt wird. Dieses Risiko könnte er im Falle des Versands nämlich nur dadurch „minimieren“, in dem er Vorauskasse oder „Versand auf Nachname“ vereinbart. Kommt es doch zu Unstimmigkeiten, ist auf jeden Fall derjenige gut beraten, der den Verkauf dokumentiert hat. Der (Rechts-) Streit um das Schnäppchen könnte nämlich schnell teuer werden.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Stephanie Psick-Göls
Rechtsanwältin in St. Pölten
02742/351550
office.st.poelten@ulsr.at

 

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at