Gewährleistung.

Erstellt am 03. Dezember 2018 (00:01)
Symbolbild

Retoure im Geschäft – kann man statt einer Gutschrift auch Bargeld verlangen?

Dr. Ernst Summerer: Vorweg ist festzuhalten, dass es sich hier um ein Gewährleistungsproblem handelt.

Der Verkäufer einer Ware haftet grundsätzlich dafür, dass diese die üblichen und die besonders zugesicherten Eigenschaften hat. Liegen diese bei Übergabe nicht vor, dann sprechen wir von einem Mangel. Der Käufer hat das Recht, die Verbesserung oder den Austausch zu fordern. Ist dies nicht möglich, dann kann der Käufer einen günstigeren Preis oder die Aufhebung des Geschäftes verlangen. Diese gesetzlichen Regelungen dürfen nicht zum Nachteil des Käufers geändert werden, wenn der Käufer ein Konsument ist. Scheitern die Mängelbehebung, der Austausch und auch die Preisminderung, dann kann der Konsument das Geschäft rückabwickeln – damit also die Ware zurückgeben und die Auszahlung des gesamten Kaufpreises verlangen. Zusammenfassend gilt daher, dass der Konsument als Käufer nicht mit einer Gutschrift anstelle der vollständigen Rückzahlung des Kaufpreises einverstanden sein muss.

Achtung: Die Gewährleistungsfrist für bewegliche Sachen beträgt zwei Jahre!

Ausnahmsweise kann in einer Garantieerklärung des Verkäufers festgehalten sein, dass die Verpflichtung zur Rückzahlung des Kaufpreises durch Ausstellung einer Gutschrift ersetzt wird. Dies gilt nur für solche Zusagen eines Verkäufers, die nicht ohnehin durch die gesetzliche Gewährleistung abgedeckt sind. Das wäre der Fall, wenn der Verkäufer durch die Garantie freiwillig auch für Fehler einsteht, die erst nach Ablauf der Gewährleistungsfrist erkennbar werden.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Ernst Summerer
Rechtsanwalt in Retz
02942/2229
ernst.summerer@aon.at

 

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