Haftungsrecht.

Erstellt am 17. Dezember 2018 (00:01)
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Symbolbild

Wer haftet für durch Tiere verursachte Schäden?

Mag. Gerald Gerstacker: Oft kommt es zu einer Haftung des Halters. Dies insbesondere dann, wenn der Halter nicht beweisen kann, dass er für die erforderliche Verwahrung oder Beaufsichtigung des Tieres gesorgt hat. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass sie als Tierhalter für ihr rechtswidriges Verhalten haften, wenn ihnen dieser Beweis der „richtigen Verwahrung“ misslingt. Die Beweispflicht des Halters gilt auch dann, wenn er zu Recht der Meinung ist, schuldlos zu sein. Wird hingegen die objektiv gebotene Sorgfalt nicht verletzt, besteht keine Haftung. Der Schutzzweck des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuchs (ABGB) umfasst die Vermeidung aller Schäden an Personen und Sachen, die aus dem instinktgelenkten, gefährlichen Verhalten von Tieren drohen – sofern alle Pflichten zur sorgfältigen Verwahrung des Tieres eingehalten wurden.

Während der Geschädigte die Schädigung durch das Tier und die Haltereigenschaft des Beklagten zu behaupten und beweisen hat, hat der Beklagte die objektiv ordnungsgemäße Verwahrung und Beaufsichtigung des Tieres unter Beweis zu stellen. Unter Umständen kann es zu einem Mitverschulden des Geschädigten kommen.

Unterschätzt wird manchmal, dass es durch den Schadensfall auch zu strafrechtlichen Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung kommen kann. Ein entsprechender Versicherungsschutz ist in der Praxis in jedem Fall empfehlenswert und verhindert so manchen Ärger.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Gerald Gerstacker
Rechtsanwalt in Mödling
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