Konsumentenschutz.

Erstellt am 02. Juli 2018 (00:01)
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Symbolbild

Online-Kauf: Preisänderung nach Kaufvertrag – ist das möglich?

Dr. Sebastian Wiese: Grundsätzlich gilt: Eingegangene Verträge muss man einhalten. Das gilt auch für Online-Shops, die mit Vertragsabschluss dem Kunden die Ware zu einem bestimmten Preis versprechen. Einseitige Vertragsänderungen sind nach Vertragsabschluss (meistens) nicht mehr möglich. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Manche Händler behalten sich die einseitige Leistungsänderung auch nach Vertragsabschluss vor. Dann kann der Händler Preise auch nach Vertragsabschluss geringfügig ändern. Dieses Vorgehen ist zulässig, muss aber vorher vereinbart werden. Lesen Sie deshalb aufmerksam die Nebenbedingungen zum Angebot des Webshops. Manchmal ist es schwierig festzustellen, wann der Vertragsabschluss überhaupt erfolgt ist.

Bei manchen Webshops kommt es nicht automatisch mit der Bestellung zum Vertragsabschluss. Dadurch können Shop-Betreiber auf die Bestellung mit einer Preiserhöhung reagieren. Wird diese nicht akzeptiert, verweigert der Webshop die Bestellung. Bei der Zahlungsart „Vorauskasse“ ist das nicht möglich. Hier kommt der Kaufvertrag bereits mit der Bestellung und dem Versand der Vorauskasseaufforderung zustande – selbst wenn keine gesonderte Annahmebestätigung für die Bestellung ausgestellt wurde.

Im Großen und Ganzen muss man sich Preisänderungen nach Abschluss eines Online-Kaufs also nicht gefallen lassen. In besonderen Konstellationen sind solche aber möglich. Gerade beim Online-Shopping ist es deshalb besser, lieber einmal zu oft nachzufragen. Das schützt vor unliebsamen Überraschungen mit nachteiligen Vertragsklauseln, die man während des Einkaufens übersehen hat.

weinfranz

Dr. Sebastian Wiese
Rechtsanwalt in Pöchlarn und Marbach/Donau
07413/25407
office@ra-wiese.at
 

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