Konsumentenschutz.

Erstellt am 11. September 2017 (00:01)
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Symbolbild

Können Restaurants eine Stornogebühr verrechnen, wenn man eine Tischreservierung nicht wahrnimmt oder absagt?

Mag. Philipp Zeidlinger: Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie durch die Reservierung eines Tisches einen Vertrag mit dem Restaurant eingehen. Der Restaurantbetreiber hält einen Tisch für eine bestimmte Zeit und eine bestimmte Anzahl an Personen frei. Dies in der Annahme, die Kunden werden konsumieren. Was in der Praxis oft übersehen wird ist, dass der Restaurantbetreiber bei kurzfristiger Absage grundsätzlich die Möglichkeit hätte Schadenersatz zu verlangen.

Die Reservierung ist ein Vertrag darüber, dass der Wirt einen Tisch freihält. In der Regel wird bei Reservierungen keine Mindestkonsumation festgelegt (Hochzeitsgesellschaften ausgenommen), weswegen der Restaurantbetreiber nur schwer den Schaden definieren kann, bzw. liegt überhaupt kein Schaden vor, wenn der Tisch umgehend wiederbesetzt werden kann.

Verlangt der Restaurantbetreiber eine Stornogebühr, handelt es sich dabei um pauschalierten Schadenersatz bzw. Reugeld. Also Entgelt, das bei einer vertraglich vereinbarten Rücktrittsmöglichkeit zu bezahlen ist. Die Stornogebühr muss bereits im Zeitpunkt der Reservierung mit einem konkreten Betrag vereinbart worden sein, sonst kann der Restaurantbetreiber keine Stornogebühr verlangen. Erwähnenswert ist, dass selbst wenn eine konkrete Stornogebühr vereinbart wurde und der Konsument die Reservierung nicht wahrnimmt, das Konsumentenschutzgesetz  zugunsten des Konsumenten ein richterliches Mäßigungsrecht vorsieht.
Empfehlenswert ist, bei größeren Gesellschaften (z. B. Hochzeiten) die Reservierungsbedingungen genau zu prüfen.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Philipp Zeidlinger
Rechtsanwalt in St. Pölten,
02742/47087, office@nmp.at

 

 

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