Liegenschaftsrecht.

Erstellt am 23. Oktober 2017 (00:01)
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Welche Inhalte muss ein Vertrag zwingend beinhalten?

Mag. Andreas Reiff: Die Errichtung jedes Liegenschaftsvertrages beginnt mit dem Blick in das Grundbuch. Oft wird bereits dadurch deutlich, welche Inhalte der Vertrag zwingend aufweisen muss. Es gibt jedoch auch viele Umstände, die das Grundbuch nicht offenbart.

Ein für den ländlichen Raum typisches Beispiel ist das Wegerecht: Ein Landwirt fährt seit Jahrzehnten über das Grundstück des Nachbarn, um zu seinem Feld zu gelangen. Das Wegerecht kann, muss aber nicht im Grundbuch eingetragen sein. Der Verkäufer muss daher im Liegenschaftsvertrag ausdrücklich auf das Bestehen hinweisen. Andernfalls trifft ihn die Haftung.

Dem Verkäufer eines Hauses oder einer Wohnung ist auch dringend empfohlen, bauliche Mängel im Vertrag offenzulegen. Beispiele aus der Praxis sind die Reparaturbedürftigkeit des Daches oder der Eintritt von Feuchtigkeit. Sollten baubehördliche Verfahren anhängig sein, muss der Vertrag auch darauf hinweisen. Nur so können spätere Gewährleistungsansprüche des Käufers ausgeschlossen werden. Erwirbt der Käufer die Immobilie zu einem bestimmten Zweck und setzt er deshalb besondere Eigenschaften voraus, sollte er darauf bestehen, dass diese im Liegenschaftsvertrag ausdrücklich zugesagt werden. Eine solche Zusage kann beispielsweise die ausdrückliche Eignung eines Lokals als Restaurantbetrieb betreffen.

Diese Beispiele zeigen bereits: Welche vertraglichen Inhalte notwendig sind, entscheidet sich je nach Einzelfall. Eine professionelle Vertragserrichtung ist aber in jedem Fall entscheidend.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

 

Mag. Andreas Reiff
Rechtsanwalt in Stockerau
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