Medizinisches Recht.

Erstellt am 01. Oktober 2018 (00:01)
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Kann man Eltern verpflichten, ihre Kinder zu impfen?

Mag. Regina Krahofer, PLL.M.: In einigen Ländern, wie etwa Italien, besteht eine Impfpflicht gegen bestimmte Krankheiten.

In Österreich gibt es keine gesetzliche Verpflichtung, sich oder seine Kinder impfen zu lassen. Eltern treffen die Entscheidungen nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Kinder und haben dabei als besondere Verantwortung das Kindeswohl zu berücksichtigen. Hierbei sind Nutzen und Risiken für das Kind abzuwägen. Dabei können Konflikte zwischen den Vorstellungen der Eltern, ihre Kinder gemäß ihren Vorstellungen zu erziehen, und dem Kindeswohl bestehen. Im Eltern-Kind-Verhältnis ist zu beachten, dass die Eltern – mit Blick auf das Kindeswohl – dafür zu sorgen haben, dass das Kind eine angemessene Versorgung erhält.

Kinder haben das Recht auf die beste Gesundheitsversorgung. Dazu gehört auch der Schutz vor Erkrankungen, die durch Impfung vermeidbar sind. Von Ärzten werden bestimmte Impfungen empfohlen, die im Rahmen des Kinder-Impfprogramms kostenlos angeboten werden. Wie bei jeder medizinischen Behandlung hat der Arzt auch bei der Impfung die Eltern über die Vor- und Nachteile, Nebenwirkungen und etwaige Risiken einer unterlassenen Impfung zu informieren.

In Österreich kann niemand Eltern zwingen, ihre Kinder impfen zu lassen. Es ist ratsam, sich beim Arzt ausreichend informieren und beraten zu lassen. Schlussendlich sollte die Entscheidung – ob Eltern ihre Kinder impfen lassen wollen oder nicht – frei und informiert getroffen werden.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Regina Krahofer, PLL.M.
Rechtsanwältin in St. Pölten
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