Medizinisches Recht.

Erstellt am 01. April 2019 (11:41)
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In welchen Fällen kann man Schmerzensgeld fordern?

Mag. Katja Pfeiffer: Medizinische Behandlungen führen nicht immer zum gewünschten Ergebnis. Mitunter bleibt nicht nur der erwartete Erfolg aus, sondern kommt es sogar zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Ist dieser „Schaden“ nicht schicksalshaft bedingt – zum Beispiel, weil sich ein typisches, nie zur Gänze ausschließbares Operationsrisiko verwirklicht hat – sondern auf einen Fehler des behandelnden Arztes zurückzuführen, den dieser schuldhaft und rechtswidrig verursacht hat, dann hat der Patient in aller Regel Anspruch auf Schadenersatz.

Den meisten Geschädigten ist bekannt, dass Schmerzensgeld gefordert werden kann, wenn dem Arzt ein „klassischer“ Behandlungsfehler, wie eine falsche Diagnose, ein Fehler bei der Operation oder eine fehlerhafte Medikation, unterläuft. Viele wissen jedoch nicht, dass auch ein sogenannter Aufklärungsfehler, also eine mangelhafte Information des Patienten vor Beginn der medizinischen  Behandlung über die wesentlichen Umstände, Risiken und Folgen, aber auch Behandlungsalternativen eine Haftung des Arztes begründen kann.

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld kann auch bestehen, wenn zum Beispiel aufgrund mangelhafter Hygiene in der Ordination oder im Krankenhaus Infektionsschäden oder durch falsch dosierte Medikamente Schäden an der Gesundheit entstehen. Auch die Verwendung mangelhafter Medizinprodukte begründet Schadenersatzansprüche, wenn der Patient hierdurch gesundheitlich beeinträchtigt wird, dazu gehört auch das Materialversagen eines Implantates.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Katja Pfeiffer
Rechtsanwältin in Herzogenburg
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