Medizinisches Recht.

Erstellt am 05. März 2018 (00:01)
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Was sind ärztliche Pflichten?

Dr. Martina Haag: Jeder Patient weiß, dass ärztliche Behandlungen erfolgreich sein können, aber trotzdem nicht so „ausgehen“, wie es sich Arzt und Patient gewünscht haben. Manche Patienten sind der Ansicht, „verpfuscht“ worden zu sein. Immer wieder liest man von Arzthaftungsprozessen.

Welche Pflichten treffen Ärzte tatsächlich?

Ärzte sind – sofern sie die Behandlung eines Patienten übernehmen – zu dessen sorgfältiger Behandlung nach dem jeweiligen Stand der medizinischen Wissenschaft verpflichtet. Es besteht allerdings kein Recht und keine Garantie auf Heilung. Jede Behandlung trägt nämlich Risiken in sich, die der Arzt auch mit großer Sorgfalt nicht immer verhindern kann. Wenn eine Behandlung nicht zu dem gewünschten Erfolg führt, ist nicht zwingend der Arzt „schuld“.

Der Arzt ist verpflichtet, dem Patienten die typischen Risiken der Behandlung mitzuteilen. Bei der Aufklärung hat der Arzt sich am Wohl des Patienten zu orientieren, jedoch muss er nicht alle theoretisch in Betracht kommenden Behandlungsmöglichkeiten erörtern. Diese sind nur dann darzulegen, wenn für den konkreten Fall mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen, die gleichwertig sind, aber unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen haben. Der Arzt ist auch zur Verschwiegenheit über die während der Behandlung anvertrauten und bekannt gewordenen Geheimnisse verpflichtet. Diese Verpflichtung gilt auch gegenüber dem Ehepartner, Kindern, Eltern oder sonstigen Angehörigen, außer der Patient entbindet den Arzt von seiner Verschwiegenheitsverpflichtung.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NOE

Dr. Martina Haag
Rechtsanwältin in St. Pölten
02742/351550,
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