Mietrecht.

Erstellt am 06. August 2018 (00:01)
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Muss eine Ablöse bezahlt werden oder gibt es auch andere Möglichkeiten?

Mag. Anton Pelwecki: Bei der Anmietung einer neuen Wohnung stellt sich für einen Mieter regelmäßig die Frage, ob er neben der Miete auch eine Ablöse bezahlen muss. Dabei handelt es sich um eine Einmalzahlung, die oftmals eine Abgeltung für vorgenommene Investitionen, wie zum Beispiel für ein neues Bad oder für eine neue Küche, darstellen soll. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass bei Altbauten und bei geförderten Neubauten, also im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes, grundsätzlich ein Ablöseverbot besteht. Der Vermieter darf vom Mieter demnach keine Zahlung als Voraussetzung für den Vertragsabschluss verlangen, ohne ihm dafür eine gleichwertige Gegenleistung zu bieten. Sollte der Mieter dennoch eine sogenannte „schwarze Ablöse“ geleistet haben, kann er diese innerhalb von zehn Jahren zurückverlangen.


Eine Ausnahme vom Ablöseverbot bildet jedoch die berechtigte Investitionsablöse: Wenn der ausziehende Mieter Investitionen getätigt hat und diese vom Vermieter abgegolten wurden, können die Kosten auf den neuen Mieter überwälzt werden.
Bei Möbeln, die der Vormieter in der Wohnung zurücklassen möchte, kommt es hingegen häufig vor, dass diese einfach vom neuen Mieter gekauft werden. Dieser hat aber auch die Möglichkeit dazu, die Übernahme des Inventars abzulehnen, woraufhin der Vormieter seine Möbel aus der Wohnung entfernen muss. Hingegen erhält ein Vermieter für seine eigenen Investitionen keine Ablöse. Aufgrund der besseren Ausstattung hat er aber die Möglichkeit, eine höhere Miete zu verlangen.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Anton Pelwecki
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