Schadenersatz.

Erstellt am 29. April 2019 (08:54)
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Schaden am Auto nach der Benutzung einer Waschstraße?

Mag. Cedric Müller: Die zeit- und nervensparende Alternative zur Heimwäsche: Doch wer haftet, wenn statt Sauberkeit ein Lackschaden, ein gebrochener Seitenspiegel oder eine kaputte Antenne eintreten?

Allgemein gilt: Ein Unternehmer hat den von ihm zur Bearbeitung übernommenen Stoff wieder so zurückzugeben, wie er ihm überlassen wurde. Beschädigt er den Gegenstand, so wird er schadenersatzpflichtig. Dies gilt auch für Waschstraßen. In der Praxis übersehen Tankstellenbetreiber häufig, dass sie – und insbesondere Ihr Personal – für die gefahrlose Benützung der Waschanlage zu sorgen haben. Häufig entstehen Probleme, wenn nur „Bons“ für die Autowäsche bzw. die Einfahrt in die Waschstraße verkauft, die Kunden aber dann „dem Schicksal überlassen“ werden.

Der Betreiber hat durch den abgeschlossenen Werkvertrag für die gefahrlose Benutzung der Waschanlage zu sorgen und muss beweisen, dass weder ihn noch sein Personal ein Verschulden am Schaden des Kunden trifft. Sollte z. B. aufgrund fehlender Einweisung durch das Personal bei der Autowäsche ein Schaden entstehen, so ist dieser ersatzfähig. In diesem Fall muss der Waschanlagenbetreiber beweisen, dass er oder seine Mitarbeiter sorgfältig gehandelt haben. Dies wird ihm im genannten Beispiel nicht gelingen, da der Kunde nach Bezahlung sich selbst überlassen wurde.

Doch Vorsicht, nicht alle Schäden sind gleich: Wird etwa die Elektronik einer Autoantenne durch eine Autowaschanlage gestört, so wird sich der Waschanlagenbetreiber wohl wesentlich leichter „entschuldigen“ können als bei kaputten Spiegeln.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Cedric Müller
Rechtsanwalt in Obersdorf
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Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at