Schulrecht.

Erstellt am 20. August 2018 (00:01)
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Symbolbild

Welche Folgen kann Schulschwänzen haben?

Mag. Anton Hintermeier: Sowohl Schüler als auch Eltern sind sich oftmals nicht bewusst, welche Auswirkungen unentschuldigtes Fernbleiben von der Schule haben kann. Derzeit ist es noch üblich, dass vier Gespräche im Abstand von vier Wochen mit den Erziehungsberechtigten, dem Schüler, dem Klassenlehrer und etwaigen Beratern geführt werden und erst anschließend in der fünften Phase eine Anzeige bei der Bezirksverwaltungsbehörde droht. Aufgrund des hohen Aufwands blieb unentschuldigtes Fernbleiben oftmals ohne Konsequenzen.

Mit Änderung des Schulpflichtgesetzes soll nun effizient gegen Schulschwänzer vorgegangen werden. Anders als bisher soll die Schulleitung ermächtigt werden, Verwarnungen bei einem bis zu dreitägigen unentschuldigten Fehlen auszusprechen. Sollte die Verwarnung keine Wirkung zeigen, muss dies der Bezirksverwaltungsbehörde zur Anzeige gebracht werden. Diese kann eine Geldstrafe von 110 bis 440 Euro verhängen.

Dabei ist zu beachten, dass die Anzahl der Fehltage nicht an einem Stück anfallen müssen. Vielmehr reicht es aus, wenn das unentschuldigte Fernbleiben des Unterrichts insgesamt drei Schultage umfasst. Bisher wurde erst von einer Verletzung der Schulpflicht gesprochen, wenn der Schüler fünf Tage oder 30 Unterrichtsstunden im Semester oder drei aufeinanderfolgende Tage unentschuldigt dem Unterricht fernbleibt.
Das Schulpflichtgesetz, wie schon der Name sagt, gilt nur für schulpflichtige Personen während der neunjährigen allgemeinen Schulpflicht.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Anton Hintermeier
Rechtsanwalt in St. Pölten
02742/847
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