Sommerthema.

Erstellt am 11. Juni 2018 (00:01)
Symbolbild

Das Flugzeug ist überbucht – welche Rechte hat man?

Mag. Marlies Teufel: Einen Flug in den wohlverdienten Urlaub nicht antreten zu können, nur weil die Fluggesellschaft die Maschine überbucht hat, zählt wohl zu den größten Ärgernissen, die vor Urlaubsantritt eintreten können. Nach der innerhalb der Europäischen Union anwendbaren Fluggastrechteverordnung müssen Fluggäste ein derartiges Vorkommnis nicht entschädigungslos hinnehmen.

Grundsätzlich ist die Fluggesellschaft dazu verpflichtet, im Falle der Überbuchung zunächst nach Freiwilligen zu suchen, die vom Flug zurücktreten. Findet sie nicht genügend Freiwillige, kann sie selbst entscheiden, welche Fluggäste nicht befördert werden. Alle nicht beförderten Fluggäste können wählen, ob sie schnellstmöglich anderweitig zum Zielort befördert werden oder ob sie den Ticketpreis rückerstattet haben wollen. Abhängig von der Wartezeit besteht ein Anrecht auf Mahlzeiten und Erfrischungen und es ist die Möglichkeit zu geben, Telefonate zu führen und E-Mails oder Faxe zu versenden. Falls notwendig ist von der Fluggesellschaft auch die Übernachtung in einem Hotel zu bezahlen.

Darüber hinaus besteht zusätzlich der Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung – und zwar abhängig von der Flugdistanz zwischen 250 und 600 Euro. Sollte es Ihnen einmal passieren, dass die Fluggesellschaft auf Ihrem Flug nach Freiwilligen sucht, die vom Flug zurücktreten, steht es Ihnen selbstverständlich auch frei, mit der Fluggesellschaft darüber zu verhandeln, zu welchen Konditionen Sie vom Flug zurücktreten würden. Teilweise bieten Airlines nämlich auch attraktive Gegenleistungen bei der
Suche nach Freiwilligen.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Marlies Teufel
Rechtsanwältin in Waidhofen/Ybbs
07442/54400
office@teufel-anwalt.at

 

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ.
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