Steuerrecht.

Erstellt am 21. Januar 2019 (13:51)
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Was bedeutet der Begriff „Vorsteuer“?

Mag. Georg-Friedrich Lugert: Die Vorsteuer ist für Unternehmer ein wichtiger Teil des Umsatzsteuerrechts.

Ein Unternehmer errechnet von seinen Umsätzen die Umsatzsteuer, welche er an die Finanzbehörde abzuführen hat. Er kann den Betrag mindern, indem er zuvor die Vorsteuer abzieht. Diese Vorsteuer entspricht der Umsatzsteuer, die ihm als Käufer von seinen Lieferanten in Rechnung gestellt wurde. Er muss lediglich die Steuer vom im Unternehmen entstandenen Mehrwert zahlen, woraus sich auch der Name Mehrwertsteuer ableitet.

Ein privater Letztverbraucher kann dagegen keinen Vorsteuerabzug vornehmen, genauso wie Unternehmer, die bestimmte steuerfreie Leistungen erbringen (z. B. Ärzte). Für den Vorsteuerabzug muss, unter anderem, eine formal richtige Eingangsrechnung für die im Inland bereits durchgeführte steuerpflichtige Arbeit oder Lieferung vorhanden sein. Die Lieferung oder Leistung muss zu mindestens zehn Prozent für das eigene Unternehmen erfolgen.

Das Ziel der Vorsteuer liegt in der Neutralisierung der Umsatzsteuer in der Unternehmerkette. Ohne sie würde es zu einer Anhäufung der Umsatzsteuer und damit zu einer Erhöhung des Kaufpreises kommen, der umso höher ausfällt, je mehr Unternehmer zwischen Produktion und Kauf durch den Letztverbraucher tätig werden. Dies wäre speziell bei komplexeren Gütern, wie etwa Autos, spürbar und würde große Unternehmen bevorzugen, die alle Fertigungsschritte selbst durchführen. Daher ist die Vorsteuer wesentlich, um die Preise niedriger zu halten, weil für jede Leistung letztlich nur einmal Steuer zu bezahlen ist.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Georg-Friedrich Lugert
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