Thema Hund.

Erstellt am 12. März 2018 (00:01)
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Muss man als Hundehalter eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen? Wenn ja, ist das bei allen Rassen notwendig?

Mag. Nicole Feucht: In Niederösterreich sieht das Hundehaltegesetz keine generelle Verpflichtung vor, eine Haftpflichtversicherung für Hunde abzuschließen. Eine Ausnahme und damit Versicherungspflicht besteht jedoch für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial („Kampfhunde“). Wer einen solchen Hund hält, muss bei der Gemeinde einen Nachweis über eine ausreichende Haftpflichtversicherung erbringen. Die Versicherung muss mit einer Mindestversicherungssumme von 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden abgeschlossen werden.

Der Nachweis über die aufrechte Versicherung ist der Gemeinde jährlich vorzulegen. Wer einen Hund mit „erhöhtem Gefährdungspotenzial“ ohne Nachweis einer ausreichenden Haftpflichtversicherung hält, macht sich nach dem niederösterreichischen Hundehaltegesetz strafbar. Das Gesetz sieht Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro vor. Besteht für den Hund keine Haftpflichtversicherung, so haftet der Halter des Hundes persönlich für den gesamten Schaden.

Wie rasch sich ein folgenschwerer Unfall ereignen kann, zeigt ein sich kürzlich zugetragener Fall: Ein Hundebesitzer öffnete die Eingangstür seines Hauses einen Spalt breit, um den Handwerker darauf hinzuweisen, dass sich Hunde im Haus befänden. In diesem Moment drängte sich einer der Hunde an seinem Besitzer vorbei, stieß die Tür auf und biss den Arbeiter mehrfach. Obwohl in Niederösterreich keine generelle gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung besteht, empfiehlt sich eine daher für alle Hundehalter!

 

zVg Rechtsanwaltskammer NOE

Mag. Nicole Feucht
Rechtsanwältin in Hollabrunn,
02952/20803,
kanzlei@ra-feucht.at

 

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