Thema: Inkasso.

Erstellt am 07. Mai 2018 (00:01)
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Nach einer vergessenen Rechnung kommt die Forderung des Inkassobüros. Muss ein Unternehmen vorher mahnen?

Mag. Stefan Hutecek: Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass das österreichische Recht keine Verpflichtung zur Mahnung vorsieht. Eine fällige Forderung kann daher sofort eingeklagt werden. Zumal es in der Praxis meist so gehandhabt wird, dass ein Unternehmen seine Kunden erfahrungsgemäß oft mehrmals mahnt und erst danach ein Inkassobüro oder einen Rechtsanwalt mit der Eintreibung der offenen Rechnung beauftragt, wird in der Regel irrtümlicherweise davon ausgegangen, dass zur Mahnung eine gesetzliche Verpflichtung besteht. Das ist allerdings nicht so. Wenn ein Unternehmen seine Leistung vertragsgemäß erfüllt hat und seitens des Kunden keine fristgerechte Zahlung bis zum vereinbarten Termin erfolgt, so tritt der sogenannte Zahlungsverzug ein.
Es wäre daher einem Unternehmen sofort möglich, seine offene Forderung ohne Vorankündigung bei Gericht einzuklagen. Alternativ dazu ist es auch berechtigt, die offene Rechnungsforderung einem Inkassobüro oder einem Anwalt zur Einmahnung zu übergeben, wobei im Fall des weiteren schuldhaften Zahlungsverzuges für den Kunden die Gefahr besteht, dass dann neben den gesetzlichen oder vereinbarten Verzugszinsen auch Mahn- und Inkassokosten gerichtlich geltend gemacht werden.
Eine fällige Forderung sollte daher zwecks Vermeidung zusätzlicher Mehrkosten ohne unnötige Verzögerung bezahlt werden. Daher ist jedenfalls empfehlenswert, nach Erhalt der Rechnung nachzusehen, ob hier ein Zahlungsziel vorliegt bzw. bis wann dieses festgesetzt ist.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Stefan Hutecek
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