Tierrecht.

Erstellt am 08. April 2019 (07:46)
www.shutterstock.com/Vasilyev Alexandr

In welchen Fällen haftet ein Zuchtverein?

Mag. Nicole Feucht: In Zuchtvereinen sind Hobby- oder gewerbliche Tierzüchter organisiert, um einen bestimmten Gesundheits- und Qualitätsstandard der Jungen sicherzustellen.

Zuchtvereine nehmen unter anderem auch die Eintragung ins Zuchtbuch vor. Die jeweiligen Zucht- und Eintragungsordnungen sind allerdings private Regelwerke, keine Gesetze. Durch ihre Mitgliedschaft stimmen die einzelnen Züchter der Einhaltung dieser Regelungen zu. Die Zuchtvereine machen es sich zur Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das jeweilige Zuchtreglement eingehalten wird. Vielen Käufern ist nicht bewusst, dass damit nicht automatisch die Gesundheit der Tiere nachgewiesen ist.

In einem kürzlich vom Obersten Gerichtshof entschiedenen Fall wurde bei einem Hund kurz nach dem Verkauf eine Erkrankung infolge eines genetischen Defekts festgestellt.

Es stellte sich heraus, dass der in der Ahnentafel genannte Hund nicht der Vater des Welpen war. Der Züchter war Mitglied eines Rassehundevereins, hatte jedoch aufgrund falscher Angaben im Deckschein unter Vorlage eines tierärztlich bestätigten Wurfscheins die Eintragung des Hundes im Zuchtbuch erwirkt.

Hier wurde entschieden, dass der Käufer jedoch keine Ansprüche gegen den Zuchtverein ableiten kann. Vielmehr hat der Züchter des Tieres einzustehen, wenn er bei der Zucht die gehörige Sorgfalt außer Acht gelassen hat. Für den Käufer empfiehlt es sich daher, unabhängig von den vorgelegten Zuchtpapieren, den Gesundheitszustand des Tieres vorab durch einen Tierarzt seines Vertrauens prüfen zu lassen.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Nicole Feucht
Rechtsanwältin in Hollabrunn
02952/20803
kanzlei@ra-feucht.at

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at