Tierrecht/Arbeitsrecht.

Erstellt am 09. Oktober 2018 (00:01)
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Symbolbild

Darf man seinen Hund ins Büro mitnehmen?

Dr. Susanne Chyba: Für viele (angehende) Hundehalter stellt sich die Frage, was sie mit ihrem Hund tun sollen, während sie in der Arbeit sind. Was jedenfalls nicht richtig ist, ist den Hund einfach mitzunehmen und den Arbeitgeber und die Kollegen vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Einen Rechtsanspruch, den Hund in die Arbeit mitzunehmen, gibt es nicht – mit Ausnahme von Therapie- und Blindenhunden. Einem Hundehalter ist anzuraten, seinen Wunsch zunächst mit dem Arbeitgeber zu besprechen und sich seine schriftliche Zustimmung geben zu lassen. Da der Arbeitgeber auch Schutz- und Fürsorgepflichten gegenüber den sonstigen Arbeitnehmern hat, sollte unbedingt vorab mit den Arbeitskollegen gesprochen werden, um das Bestehen allfälliger Hundehaarallergien bzw. die Angst vor Hunden auszuschließen. Der Arbeitgeber hat bei seiner Entscheidung eine Interessenabwägung durchzuführen. Dies ist immer eine Einzelfallentscheidung.

In der Praxis ist auch zu beachten, dass es in einigen Berufsbranchen, wie zum Beispiel in einer Küche, schon allein aufgrund der bestehenden Hygienevorschriften verboten sein kann, einen Hund mitzunehmen. Zu beachten sind bei der Interessenabwägung auch die potenzielle Gefährdung und allfällige Einschränkungen der Arbeitsleistung durch die Mitnahme des Hundes.

Wenn die Mitnahme des Hundes erlaubt wird, müssen aber natürlich durch den Hundehalter auch die sonstigen Rechtsvorschriften, wie zum Beispiel das NÖ Hundehaltegesetz und die 2. Tierhaltungsverordnung eingehalten werden. Unbedingt anzuraten ist der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Susanne Chyba
Rechtsanwältin in St. Pölten
02742/72222
Kanzlei@twsc.at

 

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at