Unternehmensrecht.

Erstellt am 28. Mai 2018 (00:01)
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Social Media in Unternehmen: Wer haftet für die veröffentlichten Inhalte?

Mag. Philipp Zeidlinger: Nahezu jeder Mitarbeiter besitzt einen Social-Media-Account und viele Unternehmen haben ein eigenes „Profil“. Social Media wird einerseits oft für Werbung und Information genutzt oder auch gerne dazu verwendet, um seinem Ärger kund zu tun. Vielen Menschen ist aber nicht bewusst, dass ein Unternehmen für Postings der Mitarbeiter zur Verantwortung gezogen werden kann.
Grundsätzlich ist jeder „Medieninhaber“ für sein Profil und die darauf veröffentlichten Äußerungen verantwortlich. Als Medieninhaber einer Social-Media-Seite gilt derjenige, der die Möglichkeit hat, Kommentare ganz zu löschen, diese für andere User unsichtbar zu machen oder Kommentierende zu sperren. Wenn ein Mitarbeiter also auf der Social-Media-Seite des Arbeitgebers einen Beitrag postet, der fremde Rechte verletzt (z. B. jemand öffentlich beleidigt), muss der Arbeitgeber umgehend tätig werden und den Post – sofern Persönlichkeitsrechte verletzt werden – löschen, sonst drohen sogar strafrechtliche Konsequenzen für den Medieninhaber.

Was in der Praxis oft übersehen wird ist, dass auch die Posts der Mitarbeiter auf der eigenen Social Media-Seite zu Schwierigkeiten für den Arbeitgeber führen können. Kritische Äußerungen über Konkurrenzunternehmen oder übertriebene Werbeaussagen über den Arbeitgeber können im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Arbeitgeber vom Konkurrenten zur Kasse gebeten wird. Das ist z. B. dann, wenn sich der Mitarbeiter negativ über die Konkurrenz äußert bzw. die Werbetrommel rührt und dem Arbeitgeber die Handlung bekannt war oder bekannt sein müsste.
 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Philipp Zeidlinger
Rechtsanwalt in St. Pölten
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Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ.
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