Winterthema.

Erstellt am 28. Dezember 2018 (00:01)
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Symbolbild

Was ist der Unterschied zwischen organisiertem und freiem Skiraum?

Dr. Philipp Zöllner: Der Pistenhalter hat grundsätzlich nur den von ihm organisierten Skiraum zu sichern. Darunter sind ausdrücklich oder schlüssig gewidmete Skipisten und Skirouten zu verstehen.

Der organisierte Skiraum kann durch natürliche Gegebenheiten bestimmt sein oder künstlich durch Randmarkierung erkennbar gemacht werden. Viele Menschen wissen nicht, dass ein Anspruch auf Präparierung der Piste in der Regel nicht besteht. Außergewöhnliche Gefahrenquellen im unmittelbaren Nahbereich zur Piste sind jedoch zu entfernen, zum Beispiel durch Polsterung von Liftstützen.

Eine Pistensicherungspflicht für außerhalb der eigentlichen Piste gelegene Geländeabschnitte (freier Skiraum) besteht prinzipiell nicht. Der Pistenhalter hat jedoch jederzeit mit einem Sturz eines Skifahrers zu rechnen, weshalb in gefährlichen Kurven oder bei Steilabbrüchen Randabsicherungen nötig sind. Sobald dem Pistenhalter bekannt ist, dass die von ihm markierte Piste anders benützt wird als beabsichtigt, ist er zu einer deutlicheren Markierung verpflichtet. Hat der Betreiber einer Piste Kenntnis davon, dass Skifahrer pistenähnliches freies Gelände auch benutzen, dann trifft ihn die Pflicht, von ihm dort geschaffene Gefahrenquellen, z. B. den Zuleitungsschlauch zu einer Schneekanone, entsprechend abzusichern. Wichtig ist, dass Pistenbenützer auch eigenverantwortlich handeln. Verhaltenspflichten sind durch den Pistenordnungsentwurf und die FIS-Regeln bestimmt.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Philipp Zöllner
Rechtsanwalt in Mödling
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