Winterthema.

Erstellt am 13. November 2017 (00:01)
Symbolbild

Welche Rechte haben Flugpassagiere bei einer Verspätung oder Annullierung des Fluges durch schlechte Witterungsbedingungen wie Schnee und Eis?

Mag. Christoph Marik: Immer mehr Menschen fliegen in der kalten Jahreszeit in wärmere Länder. Vor allem in den Wintermonaten führen oft schlechte Witterungsbedingungen zu Flugverspätungen oder Annullierungen. Die wenigsten Passagiere wissen, dass aufgrund der Fluggästeverordnung umfangreiche Ansprüche bei Nichtbeförderung, Flugannullierung oder größeren Verspätungen bestehen. Bei einer Annullierung des Fluges haben Reisende die Wahl zwischen einer alternativen Beförderung zum Ziel oder der Rückerstattung des Ticketpreises. Bei der Beförderung zum nächstmöglichen Zeitpunkt bzw. bei einer größeren Verspätung (ab zwei Stunden) des ursprünglichen Fluges haben die Fluglinien Betreuungsleistungen wie z. B. Mahlzeiten, Übernachtung, Transport zwischen Flughafen und Hotel sowie Kommunikationsmöglichkeiten kostenlos bereitzustellen. Zusätzlich bestehen Ansprüche auf Ausgleichszahlungen. Deren Höhe hängt von der Flugdistanz in Verbindung mit der Verspätung ab. Maximal können 600 Euro pro Passagier verlangt werden.

Achtung: Das Flugunternehmen muss nicht zahlen, wenn außergewöhnliche Umstände der Grund für die Annullierung/Verspätung waren. Das sind Umstände, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären. Sind die Wetterbedingungen schlecht und ist eine sichere Durchführung des Fluges nicht möglich, liegt ein außergewöhnlicher Umstand vor. Da sich in der Praxis Fluglinien häufig auf außergewöhnliche Umstände berufen, ist die Rechtsprechung streng und liegt die oft schwierige Beweislast auf Seiten der Airline.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

 

Mag. Christoph Marik
Rechtsanwalt in Mödling
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