Kostenlose Reisestornierung bei Terroranschlägen?. Hat man ein Recht auf kostenlose Stornierung der Reise bei Terroranschlägen in der Urlaubsdestination?

Erstellt am 24. Juni 2019 (09:34)
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Dr. Daniela Schiesl-Müller: „Anschlag auf Touristenbus!“ – es vergeht nahezu kein Tag, an dem wir nicht von Terroranschlägen an beliebten Urlaubszielen hören. Verständlich, dass man über die Stornierung der Reise nachdenkt.

Doch geht das rechtlich? Der Oberste Gerichtshof hat ausgesprochen, dass das Vorliegen einer Reisewarnung keine Voraussetzung für die Umbuchung auf ein anderes Urlaubsziel oder sogar Stornierung der Reise ist. Die Gefahrenlage muss das allgemeine Lebensrisiko deutlich überschreiten.

Achtung! Buchen Sie eine Reise zu einem Zeitpunkt, an dem die Gefahr bereits bekannt war und verschlechtert sich die Lage dort nicht erheblich, können Sie nicht ohne Weiteres vom Vertrag zurücktreten.

Wenn aber am Urlaubsort unvorhergesehene Umstände auftreten, mit denen weder Sie noch der Reiseveranstalter rechnen konnten und die Durchführung der Reise oder Beförderung erheblich beeinträchtigt wird, müssen Sie keine Stornogebühr zahlen. Das Europäische Verbraucherzentrum hat eine Reihe von Tipps veröffentlicht, etwa bei unklarer rechtlicher Lage die Stornogebühr unter dem „Vorbehalt der rechtlichen Klärung und Rückforderung“ anzuweisen.

Fazit: Es ist jedenfalls empfehlenswert, vor Reisebuchung die kostenfreien Rücktrittsmöglichkeiten abzuklären und sich genau über den Urlaubsort zu erkundigen!

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ


Dr. Daniela Schiesl-Müller
Rechtsanwältin aus Korneuburg
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Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ.
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