Welche Möglichkeiten der Erwachsenenvertretung gibt es?.

Erstellt am 27. Mai 2019 (10:06)
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Dr. Karl Ossana: Das am 1. 7. 2018 in Kraft getretene Erwachsenenschutzgesetz brachte den vom Gesetzgeber beabsichtigten Erfolg.
Gerichtliche Erwachsenenvertreter, vormals Sachwalter, werden von den Gerichten wesentlich seltener bestellt.

Das neue Gesetz sieht vier Säulen der Vertretung vor.

1. Für den Fall, dass man die Entscheidungsfähigkeit verliert, kann ein vollentscheidungsfähiger Erwachsener unverändert eine oder mehrere Personen beauftragen, ihn zu vertreten. Unter Vorlage eines entsprechenden Attestes über den Verlust der Entscheidungsfähigkeit wird die Vorsorgevollmacht aktiviert und damit wirksam.

2. Wenn der Erwachsene nicht mehr die volle Entscheidungsfähigkeit hat, aber die Bedeutung der Bevollmächtigung noch in Grundzügen versteht, kann er eine oder mehrere nahestehende Personen zu gewählten Erwachsenenvertretern bestellen.

3. Ist der Erwachsene nicht mehr entscheidungsfähig, so kann ein naher Angehöriger, unter Vorlage eines entsprechenden ärztlichen Attestes, sich bei einem
Rechtsanwalt, einem Notar oder einem Erwachsenenschutzverein als gesetzlicher Erwachsenenvertreter registrieren lassen.

4. Werden die Angehörigen nicht aktiv, bestellt das Gericht eine geeignete Person zum gerichtlichen Erwachsenenvertreter. In erster Linie hat das Gericht nahestehende Personen auszuwählen, falls keine infrage kommen, werden Mitarbeiter der Erwachsenenschutzvereine, Notare, vor allem aber Rechtsanwälte mit dieser Angelegenheit betraut.

zVg Rechtsanwlatskammer NÖ

Dr. Karl Ossana
Rechtsanwalt in
Langenzersdorf,
02244/2208,
office@ossana.at

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at