Steuerliche Verpflichtungen bei Unternehmensgründung. Welche steuerlichen Verpflichtungen hat man bei Gründung eines Unternehmens?

Erstellt am 05. August 2019 (10:21)
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Dr. Wilhelm Häusler: Bei der Gründung eines Unternehmens, worunter das Unternehmensgesetzbuch (UGB) „jede auf Dauer angelegte Organisation selbstständiger wirtschaftlicher Tätigkeit“ versteht, werden als Eigenkapital meist ein ungeheures Quantum an Begeisterung und Enthusiasmus, eine Prise Risikobereitschaft und jede Menge Hoffnung vom großen Erfolg eingebracht. Die bürokratischen Hürden nimmt man in Kauf. Noch vor dem Start sollte man sich über die steuerlichen Verpflichtungen im Klaren sein, die mit dem Unternehmerdasein einhergehen.

Gleich nach der gebührenfreien Gewerbeanmeldung sollte eine Steuernummer und eine UID-Nummer beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Das ist wichtig, sonst kann man seine Umsätze nicht bekannt geben und die Umsatzsteuern (USt) nicht bezahlen. Diese sind – wie Einkommensteuer und Körperschaftsteuer – jährlich, also für das ganze Wirtschaftsjahr, zu veranlagen.

Schon vorab sind monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen (UVA) abzugeben, auf deren Grundlage die USt abzuführen ist. Daneben sind auch alle lohnabhängigen Abgaben an das Finanzamt und die Kommunalsteuer an die Sitzgemeinde abzudecken. Selbstverständlich fallen bei Unternehmenseintragungen im Firmenbuch auch Gerichts- und Veröffentlichungsspesen an. Neben Steuern, Abgaben und Gebühren sollte die Beitragspflicht bei den Krankenkassen nicht vergessen werden. Jungunternehmer erhalten im Zuge der Neugründungsförderung eine Abgaben- und Gebührenerleichterung.

Ein Beratungsgespräch bei der WKO ist dafür Voraussetzung, empfiehlt sich aber nicht nur für Jungunternehmer vor Inangriffnahme des Abenteuers.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Wilhelm Häusler
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