Alkotest von Unfallbeteiligten: Ist das erlaubt? . Kann man bei einem Verkehrsunfall einen Alkoholtest von Unfallbeteiligten verlangen?

Erstellt am 18. Juni 2019 (09:34)
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Symbolbild

Mag. Georg-Alexander Grötz: Festzuhalten ist, dass Polizeiorgane bei jeder Kontrolle auch ohne Verdacht auf das Vorliegen einer Alkoholisierung von jedem Kraftfahrzeuglenker– unter Umständen auch Stunden nach dem Unfall– einen Alkoholtest verlangen können. Bei Verdacht einer Unfallverursachung können sogar Fußgänger oder Radfahrer einer  Kontrolle unterzogen werden.

Ein Alkoholtest erfolgt entweder durch einen (geeichten) Alkomat oder durch ein (nicht geeichtes) Alkoholvortestgerät direkt am Ort der Kontrolle (auf der Straße) oder nach Aufforderung durch die Polizei auf der nächsten Polizeidienststelle.
Auch zulässig ist der Test beim Verdächtigen zu Hause, wenn es Anhaltspunkte gibt, dass zuvor ein Fahrzeug im alkoholisierten Zustand gelenkt wurde.

Eine Verweigerung des Alkotests ist nur aus medizinischen Gründen (z. B. Asthma, ärztlich verordnete Medikation wie Inhalationssprays etc.) erlaubt.

In diesen Fällen wird durch eine amtsärztliche Blutabnahme der Alkoholisierungsgrad bestimmt. Dabei entsprechen 0,5 mg/l Atemluftalkohol etwa einem Promille Blutalkohol.

Wird der Alkotest ohne Begründung verweigert, dann geht die Strafbehörde vom höchsten Alkoholisierungsgrad (1,6 Promille) aus. Die Folgen sind eine Geldstrafe zwischen 1.600 und 5.900 Euro (je nach Einkommenslage), ein Führerscheinentzug von mindestens sechs Monaten, eine Nachschulung, ein amtsärztliches Gutachten sowie eine  verkehrspsychologische Stellungnahme.

Rechtsanwaltskammer NÖ zVg


Mag. Georg- Alexander Grötz
Rechtsanwalt in Paudorf
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