Ein Unternehmen verlangt mehr, als vereinbart. Ein Unternehmen verlangt mehr, als im Kostenvoranschlag vereinbart. Muss das gezahlt werden?

Erstellt am 29. Juli 2019 (10:13)
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Mag. Florian Knotek, LL.M.: Herr Mustermann konnte es kaum erwarten. Nun war es endlich so weit, der vor Monaten bestellte Pool wurde geliefert, verbaut und angeschlossen. Der langersehnten Abkühlung stand nichts mehr im Wege – und dann das!

„Leider sind unerwartete Mehrkosten entstanden, der Untergrund Ihres Gartens war härter als gedacht, weshalb für die Grabungsarbeiten ein zweiter Bagger eingesetzt werden musste. Es tut mir leid, aber das konnte ich bei Erstellung des Kostenvoranschlags nicht wissen. Es wird um 30 Prozent teurer für Sie“, meint nun der Schwimmbeckenbauer. Zu Recht?

Nein! Herr Mustermann ist Verbraucher. Gegenüber Verbrauchern ist ein Kostenvoranschlag immer verbindlich, sofern der Unternehmer bei der Erstellung nicht ausdrücklich das Gegenteil erklärt. Es dürfen daher nachträglich keine höheren Kosten für den Verbraucher entstehen.

Hätte aber Herr Mustermann die Mehrkosten durch Änderungs- oder Zusatzaufträge verursacht, dürfen diese vom Unternehmer zusätzlich verrechnet werden. Für die unerwarteten Probleme mit dem Bodenuntergrund ist jedoch Herr Mustermann nicht verantwortlich.

Die entstandenen Mehrkosten gehen zu Lasten des Unternehmers, sein Kostenvorschlag ist verbindlich. Herr Mustermann muss für sein Badevergnügen somit nur die im Kostenvoranschlag vereinbarte Summe bezahlen!

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Florian Knotek, LL.M.
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