„Der Region verpflichtet“ Faktor für die Umwelt. Das Brüdertrio Hahn über Holz als Produkt, das keinen Abfall hinterlässt, und die wichtige regionale Wertschöpfungskette von Holz.

Erstellt am 14. April 2021 (00:01) – Anzeige
Seit Jahren steigt die Nachfrage an mehr Holzanteil bei Gebäuden und damit auch die Nachfrage an Holz bei den Holzbetrieben. Die Holz-Hahn GmbH in Rappottenstein ist der einzige Betrieb in Österreich, der sowohl Listenbauholz und Konstruktionsvollholz als auch Brettschichtholz selbst produziert. Am Bild bedient Martin Lemp die neue Sägelinie.
Holzkurier/Nöstler

„Der Rohstoff, der hier wächst, soll auch hier weiterverarbeitet werden“, ist Georg Hahn überzeugt. „Dies ist historisch gewachsen und im Laufe der Zeit hat sich im Waldviertel eine moderne und erfolgreiche Holzindustrie entwickelt.“

Die Holz-Hahn GmbH in Rappottenstein ist einer der rund 80 im Waldviertel ansässigen Holzbetriebe. Der seit 1948 bestehende Betrieb wird von dem Brüdertrio Günther (47), Gernot (46) und Georg (38) bereits in der dritten Generation geführt. Aus dem mit Wasserkraft betriebenen Sägewerk wurde ein moderner Industriebetrieb, der sich auf die Produktion von Bauholz, Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz spezialisiert hat.

Aus der Region für die Region. Die Hauptkunden finden sich in Niederösterreich und Wien, etwa fünf Prozent der Produktion werden nach Tschechien und Italien exportiert. „Im Waldviertel befinden sich die größten Fertighaushersteller Österreichs und hier haben sich großartige Holzbaubetriebe entwickelt. Dadurch ist der Bedarf in der Region besonders hoch, unsere Produktion voll ausgelastet“, erklären die Brüder. „In den nächsten Jahren werden wir daher in den Ausbau einer modernen Produktion für verleimte Produkte investieren.“

Nicht in Quartalen, sondern Generationen. 90.000 Festmeter Fichte aus einem Umkreis von 100 Kilometern werden hier jährlich von den 35 Mitarbeitern verarbeitet. „Vom Rundholz bis zum fertigen BSH-Träger geschieht die komplette Wertschöpfungskette an einem Standort.“ Die Region ist den Brüdern wichtig: „Als Familienunternehmen denken wir nicht in Quartalsabschlüssen, sondern in Generationen. Wir fühlen uns der Familie, den Mitarbeitern und der Region gegenüber verpflichtet, den Standort zu erhalten, nachhaltig zu denken und zu wirtschaften.“

Holz wird komplett verarbeitet. Nicht zuletzt streichen die Brüder auch die Nachhaltigkeit von Holz als Baustoff hervor: „Holz bindet Kohlenstoff. Damit werden der CO 2 -Ausstoß gesenkt und der Klimawandel gebremst. Und es gibt keinen Abfall. Hackgut und Sägespäne werden zu Papier, Spanplatten oder Pellets weiterverarbeitet. Aus Rinde wird im Biomasse-Heizwerk CO 2 -neutrale Wärme erzeugt, die unseren Betrieb und 100 Haushalte in Rappottenstein versorgt.“

Kommentar

Faktor für die Umwelt

Josef Bollwein

Bernadette Borek
Geschäftsführerin Holzindustrie NÖ

Holz ist faszinierend. Es ist ein enormer Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor, wie es etwa die Betriebe der Waldviertler Holzindustrie mit Umsätzen von über einer Milliarde Euro und rund 4.700 Arbeitsplätzen vorleben. Und zugleich ist Holz ein unschätzbarer Faktor für die Umwelt. In Holz steckt Nachhaltigkeit im besten Sinn. Die Waldfläche in Österreich nimmt täglich um 15 Fußballfelder zu. Nur 26 von den 30 Millionen Kubikmetern Wald, die jährlich zuwachsen, werden tatsächlich genutzt. In unseren Wäldern wächst mehr Holz nach, als genutzt wird. Das sind gute Perspektiven. Denn ein natürlich nachwachsender Rohstoff eröffnet unserer Wirtschaft noch viele weitere Chancen – Arbeitsplätze in den Regionen inklusive. Und das Klima profitiert sowieso.