Forschungsbauernhof übernimmt regionale Versorgung. Auf kleinen Flächen wird für die regionale Versorgung der Bevölkerung derzeit Wintergemüse und ab April ein erweitertes Gemüsesortiment geerntet.

Von Christa Wallak. Erstellt am 21. Februar 2020 (03:52)
Alfred Grand hat mit einem jungen Team, einen eigenen Market Garden aufgebaut und mehrere Tausend Gemüsepflanzen gesetzt.
Grand

Bio-Landwirt Alfred Grand ist auf seinem Forschungsbauernhof auf der Suche nach Alternativen zum herkömmlichen Agrarsystem. Seit Jahren testet er Methoden, die dazu beitragen sollen, dem Klimawandel, dem Rückgang der Artenvielfalt und dem Verlust der Bodenfruchtbarkeit entgegenzuwirken. Dazu arbeitet Grand mit Forschungseinrichtungen im In- und Ausland zusammen. Im Vorjahr startete der Ackerbauer auch mit Gemüseanbau.

„Market Gardening“ lautet das Stichwort, hierzulande auch Vielfaltsgärtnerei genannt, eine in Vergessenheit geratene europäische Strategie aus dem 19. Jahrhundert. Das Konzept beruht auf der effizienten Nutzung von kleinen Flächen von 0,1 bis drei Hektar mittels Handarbeit und einfachen mechanisierten Geräten. Ziel ist es, hohe Flächenleistungen zu erzielen und eine große Vielfalt an qualitativ hochwertigem Gemüse direkt zu vermarkten.

„Market Gardening“ als Alternative

Vor einigen Jahren ist Grand im Internet auf diese Idee gestoßen und war sofort begeistert: „Es geht hier nicht darum, auf immer größeren Flächen zu produzieren, sondern darum, auf kleinen Flächen immer besser zu produzieren. Eine echte Ansage also an das allseits bekannte Dogma in der Landwirtschaft „Wachsen oder Weichen“.

Mit dem bewussten Verzicht auf schweres und teures Gerät können die nötigen Anfangsinvestitionen für ein derartiges Projekt vergleichsweise niedrig gehalten werden; die Einstiegsbarriere für junge und an Landwirtschaft interessierte Menschen wird dadurch spürbar gesenkt. Der Beruf des Landwirts gewinnt wieder an Attraktivität.“

Derzeit wird Wintergemüse geerntet, ab April werden diverses Fruchtgemüse, Zwiebel- und Lauchgemüse, Blatt-, Stiel- und Wurzelgemüse erhältlich sein.