Impfungen bald digital erfasst. Vom Pilotprojekt der digitalen Datenerfassung sollen sowohl der einzelne Patient als auch die Gemeinschaft profitieren.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 12. Februar 2020 (03:44)
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„Das Thema Impfen ist ein heikles Thema“, sagt Wilfried Becker, Betreiber der Apotheke Zu Maria Trost in Kirchberg. Becker ist Impfbefürworter. In der Apotheke als auch in seinem Freundeskreis hat er immer wieder mit Impfgegnern beziehungsweise -skeptikern zu tun. „Da gilt es sehr vorsichtig und behutsam zu erklären. Manchmal stößt man auf taube Ohren“, so der Pharmazeut.

Bisher wurden Impfungen in ein eigenes Dokument, den Impfpass, eingetragen. Dieser kann jedoch vergessen werden oder gar in Verlust geraten. Die digitale Erfassung aller Impfdaten in einem Zentralregister soll dies nun verhindern (siehe nebenstehende Infobox). Becker, der bislang empfohlene Impfabstände für seine Kunden gerne mit Bleistift in deren Impfpässe eingetragen hat: „Wenn dies künftig via e-card gespeichert werden kann, wird das viele Lücken schließen.“

„Ein ebenso wichtiger Schritt zur Vorbeugung wie Impfen ist Hygiene.“Wilfried Becker, Apotheke „Zu Maria Trost“, Kirchberg am Wagram

Impf-Lücken zu schließen ist jedoch nicht nur für den einzelnen Patienten, sondern für die gesamte Gesellschaft von enormer Bedeutung. „In Nordamerika etwa gelten Masern – dank konsequenter Durchimpfung der Bevölkerung – als ausgerottet“, weiß Becker.

Impfen ist gleich Prophylaxe. Ein ebenso wichtiger Schritt zur Vorbeugung ist Hygiene. Angesichts der aktuell drohenden Ansteckung mit dem Influenza-Virus, vor allem jedoch der Hype rund um das vorwiegend in China grassierende Corona-Virus ist das Hygienebewusstsein der Bevölkerung stark gestiegen.

Ärzte und Apotheker sind sich über die wirkungsvollsten Maßnahmen komplett einig:

  • Händewaschen, Händewaschen und nochmals Händewaschen, eventuell in einem „gesunden Ausmaß“ auch desinfizieren.
  • Wenn irgend möglich, Händeschütteln vermeiden.
  • Zu Grippepatienten sollte Abstand gehalten werden.
  • Mundschutz in Form einer Maske bietet Schutz vor Ansteckung durch Tröpfcheninfektion. Es ist jedoch zu bedenken, dass die Tröpfchen meistens von unserer eigenen Hand zu Nase oder Mund wandern. Deshalb zum wiederholten Mal: Händewaschen, Händewaschen, Händewaschen!

Impfempfehlungen (laut Universitätsklinikum Tulln):

  • Grippe- und Pneumokokkenimpfung für Personen über 60.
  • Für Mädchen stellt die HPV Impfung eine wirksame Vorbeugung gegenüber dem Gebärmutterhals-Krebs dar und sollte jedenfalls vor dem 1. Geschlechtsverkehr verabreicht werden.

Mittlerweile wird sogar auch die Grippe- und Keuchhustenimpfung für Schwangere (bis 37. SSW) empfohlen. Damit schützt die Mutter nicht nur sich, sondern auch ihr Neugeborenes. Die Keuchhustenimpfung ist bei Babys erst im 3. Lebensmonat im Impfplan vorgesehen. Bis dahin wären sie somit vor dieser, für sie lebensbedrohlichen Krankheit, völlig ungeschützt.

Primarius Herbert Frank als Leiter der Internen Abteilung des Universitätsklinikums Tulln tadelt die „fehlende Gesundheitseinsicht“ vieler Menschen angesichts einer Influenza Durchimpfungsrate von lediglich acht Prozent. Er äußert sich jedoch positiv über die geplante Landesimpfkampagne.

Frank begrüßt jegliche Initiative, die die Durchimpfrate in Österreich erhöht: „Die Landesimpfkampagne ist solch eine und hat nicht nur die Aufgabe, über die zu vermeidenden Erkrankungen zu informieren, sondern auch den Zugang zur Impfung zu erleichtern.“

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