Donauradweg: „Warum baut man solche Fallen ein?“. Im Juli wurde neue Unterführung provisorisch eröffnet, Fahrradfahrer sieht Gefahrenrisiko. Nachbesserungen bis November.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 07. August 2019 (04:06)
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Steil hinunter und fast rechter Winkel: Ein Radler kritisiert die unübersichtlichen Einfahrten bei der neuen Unterführung.

Das Radfahren ist für Otto Koschier Therapie. Nach einer Hüftoperation hat der Hobby-Sportler aus Kirchberg die Leidenschaft für den Drahtesel entdeckt – und fährt, wann immer Wetter und Zeit es zulassen, am Radweg nach Tulln. Die Bewegung solle dem neuen Gelenk guttun – beinahe wäre das Gegenteil passiert.

„Jetzt bin ich besonders sensibilisiert auf gefährliche Stellen“

Eine Geisterfahrerin auf dem E-Bike kam in der Unterführung beim Ruderverein auf die Nebenspur – beim Ausweichen stürzte der Therapiefahrer über den Lenker zu Boden.

Koschier: „Jetzt bin ich besonders sensibilisiert auf gefährliche Stellen.“ Eben so eine sieht Koschier in der neuen Unterführung, nur wenige Meter von dem Unfallort entfernt. Noch ist die Umfahrung Asparn-Kronau Baustelle, der Radweg unter der Straße ist bereits freigegeben.

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In der Unterführung wurden scharfkantige Randsteine errichtet. „Für was sollen die gut sein?“, fragt Otto Koschier.

Zum Unmut des Kirchbergers: „Ich verstehe nicht, dass man bei der Neuplanung die Einfahrten so unübersichtlich anlegt.“ Der Weg führt Radler steil hinab, vor der Brücke ist eine Kurve. Drei bis vier Spuren werden auf zwei dezimiert, den möglichen Gegenverkehr sieht man spät. „Warum baut man solche Fallen in den viel befahrenen Donauradweg ein?“, fragt sich der Fahrradfahrer.

Für die größte Gefahr hält Koschier die scharfkantigen Randsteine: „Für was sollen die gut sein? Bei einem Sturz kommt es dann nicht nur zu Abschürfungen, sondern wahrscheinlich zu Fleischwunden und Brüchen.“

Restarbeiten bis Ende November

Im Juli wurde die Unterführung dem Radverkehr provisorisch übergeben. Ende November werden Straße und Unterführung endgültig fertig sein. „Bis dahin und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für die Radfahrer sind noch Restarbeiten ausständig“, erklärt Jörg Ehrenreich vom Amt der Landesregierung, Abteilung Straßenbau. Zusätzliche Bodenmarkierungen und Verkehrszeichen in den Zufahrtsbereichen seien geplant. „Nach endgültiger Fertigstellung werden der neue Radweg und die Radwegunterführung eine durchgehende Fahrbahnbreite von drei Metern haben“, versichert Ehrenreich.

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