Klimafit: Tulln als Vorzeige-Stadt. Österreichweite Initiative KlimaKonkret unterstützt Städte und Gemeinden bei Anpassung an Folgen der Klimakrise. Die Gartenstadt geht mit gutem Beispiel voran.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 25. November 2020 (14:25)
Einige der Initiatoren von KlimaKonkret: Daniela Allmeier (Raumposition), Pia Knappitsch (3:0), Michael Szeiler (con.sens), Simon Tschannett (Weatherpark/CCCA) mit André Heller.
KlimaKonkret/Ines Bacher

Österreichs Städte und Gemeinden sind derzeit doppelt gefordert: Ihre Verteter arbeiten täglich daran, gemeinsam mit der Bevölkerung sicher durch die Coronakrise zu kommen. So mag die Klimakrise vorübergehend aus den Schlagzeilen verschwunden sein, doch sie macht auch während einer globalen Pandemie keine Pause.

Österreich ist von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Mittlerweile lassen sich diese Auswirkungen nicht mehr auf eine reine Komfortfrage reduzieren, sondern zeigen sich verstärkt in ökologischen, ökonomischen wie auch sozialen Herausforderungen.

KlimaKonkret, eine Initiative aus Experten, möchte zu aller erst Bewusstsein für die Notwendigkeit von Klimawandelanpassung schaffen – und in Folge Entscheidungsträgern bei der Bewältigung dieser Herausforderung zur Seite stehen. Der KlimaKonkret-Plan und ein Service-Center unterstützen bei der Umsetzung.

Hitzeinseln durch mehr Stadtgrün reduzieren

Wie diese Maßnahmen lokal funktionieren können, zeigt Tulln. Die Initiative präsentiert die Gartenstadt - gemeinsam mit Leonding in Oberösterreich - als Vorzeige-Gemeinden. Bürgermeister Peter Eisenschenk erklärt das Bestreben der Stadtgemeinde: "Ein zentrales Ziel für ist es, Hitzeinseln durch noch mehr Stadtgrün zu reduzieren und so auch das Mikroklima positiv zu beeinflussen. Wir setzen uns grundsätzlich aktiv für einen klimafitten öffentlichen Raum ein und haben unter anderem vor, im Stadtzentrum einen derzeit noch versiegelten Parkplatz für rund 200 Autos in eine grüne Verweil- und Entspannungszone zu verwandeln.“

30.000 KlimaKonkret-Pläne sind unterwegs zu den Entscheidungsträger*innen in Österreichs Städten und Gemeinden.
KlimaKonkret/Ines Bacher

Andere Kommunen sollen dem Beispiel folgen, hofft die Initiative. KlimaKonkret stellt die Handlungsfelder Grünräume, Mobilität, Bauen/ Siedlungsentwicklung und Wasser anhand einer prototypischen österreichischen Gemeinde in einem Folder dar und gibt Tipps für Verbesserungen. 30.000 KlimaKonkret-Pläne ergehen in den nächsten Tagen an Österreichs Städte und Gemeinden.

Die Initialzündung für KlimaKonkret gab Künstler und Klimaaktivist André Heller. Er unterstreicht die Dringlichkeit gemeinsamen, mutigen Handelns: „Jeder einzelne Mensch trägt Verantwortung, möglichst leidenschaftlich daran mitzuwirken, dass unser Planet, für jetzige und künftige Bewohner auf allen Ebenen beschützt und in seiner Schönheit, Heilungskraft und umfassenden Qualität, nachhaltig abgesichert wird." Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen unterstützt die Initiative. 

Realisiert wird die Initiative durch finanzielle Unterstützung seitens des Klima- und Energiefonds und des Innovation in Politics Institute GmbH. Die Büros Weatherpark, Raumposition, 3:0 und con.sens wollen ihre jahrelange Planungs- und Umsetzungserfahrung in ihren Fachbereichen anhand konkreter Projekte weitergeben. Und gemeinsam mit dem CCCA (Climate Change Centre Austria) und seinem Wissenschaftsnetzwerk Städte und Gemeinden klimafit gestalten.

www.klimakonkret.at