Praxen der Physiotherapeuten sind geschlossen. Schließung war keine Anordnung, aber eine Empfehlung der Berufsverbände. Wiederaufnahme der Tätigkeit wäre nur mit Schutzausrüstung möglich.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 02. April 2020 (03:10)
Mitte März entschlossen sich auch Gudrun Höllebrand, Johannes Rimpflund Daniela Büchl, ihre Praxis zuschließen um eine Ausbreitung desVirus zu verhindern.
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Physiotherapeuten sind stets bemüht, Leiden ihrer Patienten zu lindern. Jetzt brauchen sie allerdings selbst Hilfe. Ihre Arbeitsstätten halten derzeit aufgrund der Coronakrise geschlossen. Dabei gibt es diesbezüglich gar keine behördliche Anordnung.

„Wir haben uns zur freiwilligen Schließung unserer Praxis entschlossen, um unseren Beitrag zu leisten, eine exponentielle Verbreitung des Virus zu verhindern“, berichtet etwa Team 3 Mitbegründerin Gudrun Höllebrand, „einen Mindestabstand von einem Meter zu den Patienten einzuhalten, ist schwierig in unserem Beruf.“

„Wir haben uns zur freiwilligen Schließung unserer Praxis entschlossen"

„Einen Mietreduktionsanspruch und die Auszahlung einer Betriebsausfallsversicherung, die viele von uns haben, greift, wenn überhaupt, nur bei behördlicher Schließung“, weiß Bianca Steger von Institut RehaMotion, das seinen Betrieb ebenfalls Mitte März auf freiwilliger Basis eingestellt hat.

Die selbst verordnete Zwangspause bedeutet enorme finanzielle Einbußen für die meist auf selbstständiger Basis tätigen Therapeuten. Sie fürchten um ihre Existenz, sollte die aktuelle Lage noch länger anhalten.

In dringenden Fällen sind die meisten Therapeuten jederzeit erreichbar und würden auch Behandlungen anbieten. Gudrun Höllebrand: „Bis dato war das aber nicht nötig. Wir versuchen, mit unseren Patienten per Telefon, Mail oder Skype in Verbindung zu bleiben. Gleichzeitig haben wir den Patienten das Angebot für ein Übungsprogramm über eine App bzw. Mail kostenlos zur Verfügung gestellt.“ Damit kann eine bereits begonnene individuelle Therapie bequem in den eigenen vier Wänden fortgesetzt werden.

„Aus epidemiologischer Sicht ist das Arbeiten ohne entsprechende Schutzausrüstung nicht vertretbar"

Die gesamte Branche hofft auf die von der Regierung versprochene Entschädigung und auf baldige Wiederaufnahme der Tätigkeit mit adäquater Schutzausrüstung. Die steht jedoch laut Bianca Steger derzeit nicht zur Verfügung. „Aus epidemiologischer Sicht ist das Arbeiten ohne entsprechende Schutzausrüstung nicht vertretbar. Aus diesem Grund gilt weiterhin die Empfehlung der Berufsverbände zur Schließung der Praxis“, betont Steger, „derzeit bleibt uns nur täglich telefonisch mit Rat und aufmunternden Worten Präsenz zu zeigen.“

„Wir rechnen mit einem langsamen Beginn bald nach Ostern“, so Höllebrand abschließend, allerdings möglicherweise unter Ausschluss der Risikogruppen. Etwaige Sicherheitsmaßnahmen würden natürlich streng eingehalten werden.