Bürgermeisterwahl: Pircher löst Blondiau-Köllner ab. Ungewohnte Atmosphäre herrschte bei der konstituierenden Sitzung am Donnerstagabend. Die meisten Gemeinderäte trugen eine Gesichtsmaske und trugen Handschuhe. Die Größe der Römerhalle wurde voll ausgenutzt, jeder hatte einen eigenen Tisch mit einem Fläschchen Desinfektionsmittel. Somit wurde dem Sicherheitsabstand mehr als Genüge getan. Zu dieser "öffentlichen" Sitzung waren allerdings nur die Gemeinderäte, Amtsleiter und Presse zugelassen.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 03. April 2020 (14:15)

Altersvorsitzender Michael Schmid eröffnete die Sitzung und führte diese souverän. Alle 21 Gemeinderäte waren anwesend und legten ihr Gelöbnis ab. Anschließend wurde die geheime Bürgermeisterwahl durchgeführt. Die SPÖ brachte mit der bisherig amtierenden Bürgermeisterin Regina Blondiau-Köllner ihren Wahlvorschlag ein, die ÖVP schlug Martin Pircher vor.

Mit Spannung wurde das Ergebnis erwartet. Die Auszählung ergab: Alle Stimmen waren gültig. Elf Gemeinderäte stimmten für Martin Pircher, zehn wählten Regina Blondiau-Köllner. Auch, wenn die Wahl geheim war, kann man wohl davon ausgehen, dass Pircher von seiner Fraktion (ÖVP: 8 Mandate) und den Grünen (3 Mandate) sowie Blondiau-Köllner von ihrer Partei (SPÖ: 9 Mandate) und Eduard Roch gewählt wurden.

Martin Pircher nahm die Wahl zum Bürgermeister an und übernahm den Vorsitz der Sitzung.

Danach wurde der Gemeindevorstand gewählt. Die ÖVP stellte den Antrag, dass sechs geschäftsführende Gemeinderäte (von 5 bis 7 möglichen) gewählt werden (3 SPÖ, 2 ÖVP, 1 Grüne), die SPÖ schlug fünf Geschäftsführende Gemeinderäte (3 SPÖ, 2 ÖVP) vor. Ebenfalls mit elf zu zehn Stimmen wurde der Antrag der ÖVP beschlossen. Somit wurden Regina Blondiau-Köllner (19 Stimmen), Christine Noisternig (20) und Erich Niedl (19; alle SPÖ) sowie Manfred Niedl (12) und Paul Oitzl (12; beide ÖVP) und Barbara Prewein (12; Grüne) in den Gemeindevorstand gewählt.

Von diesen sechs geschäftsführenden Gemeinderäten wurde der Vizebürgermeister gewählt. Es wurde wieder zwei Wahlvorschläge eingebracht: von der SPÖ Regina Blondiau-Köllner beziehungsweise von den Grünen Barbara Prewein. Mit elf zu zehn Stimmen erlangte Barbara Prewein die Mehrheit. "Gerne nehme ich die Wahl zur Vizebürgermeisterin an", so Prewein.

In den Prüfungsausschuss wurden Sigrid Ebner-Schlosser (19 Stimmen), Nora Ulrich (19) und Richard Schultheis (20; alle SPÖ) sowie Herbert Janele (14; ÖVP) und Leo Gruber (15; Grüne) gewählt.

Abschließend bedankte sich Christine Noisternig bei Regina Blondiau-Köllner für ihre geleistete Arbeit mit Blumen und Worten.

"Ich habe das Amt trotz vieler Probleme gern ausgeübt und danke all jenen, die mich unterstützt haben. Es tut mir leid, dass ich das Amt nicht mehr weiter ausüben kann."Regina Blondiau-Köllner

Nach der konstituierenden Sitzung wandte sich Regina Blondiau-Köllner einem Schreiben an die Bürger. Darin kritisierte sie, dass mit dieser knappen Wahl der Wählerwille missachtet wurde und sich die ÖVP über die vereinbarte Zusammenarbeit hinwegsetzte: "ÖVP und Grüne riskieren Stillstand in der Gemeindepolitik." Obwohl Martin Pircher zum Bürgermeister gewählt wurde, lasse sie sich nicht von ihrer Arbeit abbringen.