Letzte Ruhe im Mausoleum Kollmitz. Baronin Elfriede Klinger von Klingerstorff im Familiengrab beigesetzt. Sie tourte als Tänzerin durch ganz Europa.

Von Michael Schwab. Erstellt am 30. Juni 2020 (14:28)
Familienangehörige versammelten sich zur Beisetzung von Elfriede Klinger von Klingerstorff beim Klinger-Mausoleum.
Michael Schwab

Ihre letzte Ruhe fand Baronin Elfriede Klinger von Klingerstorff am vergangenen Donnerstag im Klinger-Mausoleum bei Kollmitz.

Sie war am 13. Juni im 94. Lebensjahr verstorben. Die Seelenmesse wurde in Wien gelesen, die feierliche Beisetzung im Kreise der Familie, der Freunde und Bekannten aus der Umgebung um Kollmitz fand beim Mausoleum statt. Pfarrer Johannes Gönner von der Canisiuskirche im 9. Wiener Gemeindebezirk, in der Klinger-Klingerstorff sehr engagiert war, übernahm den geistlichen Part.

„Es ist ein außergewöhnlicher Ort, um von einer außergewöhnlichen Person Abschied zu nehmen“, hob er zu Beginn hervor. Der Errichtung des Mausoleums liegt eine Familientragödie zu Grunde: der Selbstmord von Sybille, Gattin von Baron Hugo Klinger von Klingerstorff, im Jahr 1926, in der Region bekannt als „Klingertragödie“.

„Tanz und Bewegung waren die Themen ihres Lebens, auch in der Malerei. Landschaften und Stillleben waren nicht das Ihre.“ Pfarrer Johannes Gönner

Ganz im Sinne der verstorbenen Baronin, die als Tänzerin in ganz Europa erfolgreich unterwegs war und sich auch als Malerin betätigte, wurden bei der Beisetzung nicht Trauer, Tod und Schmerz in den Vordergrund gestellt, sondern vielmehr die Lebensfreude von Elfriede Klinger von Klingerstorff.

„Tanz und Bewegung waren die Themen ihres Lebens, auch in ihrer Malerei. Landschaften und Stillleben waren nicht das ihre“, betonte Pfarrer Gönner. Diszipliniert, stilvoll und elegant sei sie durchs Leben gegangen: „Ob sie irgendwann auch etwas gegessen hat, weiß ich nicht“, merkte Gönner schmunzelnd an.

Kammersängerin Ulrike Steinsky (Volksoper Wien) und Thomas Böttcher, Chordirektor der Volksoper Wien, umrahmten die Beisetzung musikalisch.
NOEN

Er lobte ihr Engagement in der Pfarre, in der sich sie für Kabarettvorstellungen, den Seniorenclub und in der Sakristei einsetzte. „Sie fragte jeden Sonntag ‚Braucht ihr mich?‘“, erzählte der Pfarrer. Gesundes Selbstvertrauen und Selbstironie seien ebenso ein herausragendes Merkmal ihrer Persönlichkeit gewesen, genauso der Stellenwert der Familie und ihr Glaube, der vom Schöpfer der Welt und dem Staunen darüber geprägt war. Sie malte auch religiöse Bilder, in denen sie aber den dunklen Seiten des Lebens keine Bühne geben wollte.

Gönner glaubt, dass Elfriede Klinger-Klingerstorff keine Angst vor dem Tod hatte. Ihr sei nur schade um dieses Leben gewesen, in dem sie noch so vieles erleben und erreichen wollte.

Im Klinger-Mausoleum fand Elfriede Klinger-Klingerstorff ihre letzte Ruhe. Die Kapelle ist sonst nur einmal im Jahr für eine Maiandacht zugänglich.
NOEN

„Ihre Augen leuchteten noch am vorletzten Tag ihres Lebens, als ich bei ihr war“, erinnerte sich Gönner.