Bezirk Waidhofen/Thaya: Notbetrieb bleibt aufrecht . Elektriker und Installateure halten zumindest einen Notbetrieb aufrecht. Auf Schutz der Mitarbeiter wird geachtet.

Von Michael Schwab und Gerald Muthsam. Erstellt am 18. März 2020 (05:24)
Das Elektrogeschäft ist zu, aber es gibt einen Lieferdienst bei Expert Hörmann. Auch für Reparaturen und zur Fertigstellung von Baustellen rücken die Mitarbeiter aus.
Michael Schwab

Die Waschmaschine streikt, der Fernseher gibt den Geist auf, oder die Heizung fällt aus – Situationen, in denen sich die Bürger nun Sorgen machen, ob ihnen trotz Corona-Krise geholfen werden kann.

Elektrogeräte werden ins Haus geliefert

Die Antwort ist ja. „Wenn jemand eine Waschmaschine oder einen Fernseher braucht, liefern wir den nach Hause“, sagt Eduard Hörmann von der Elektrofirma Expert Hörmann. Die beiden Geschäftsstandorte in Waidhofen und Schrems bleiben freilich per Anordnung der Regierung geschlossen, Service- und Wartungsarbeiten werden aber weiterhin ausgeführt. Das Gleiche gilt für bereits angefangene Baustellen, die fertig gemacht werden müssen.

„Betriebswirtschaftlich ist das für zwei Wochen überbrückbar, doch für ein bis zwei Monate existenzbedrohend.“ Appel-Geschäftsführer Helmut Hörmann

Erster Anruf am Montag: Ceran-Kochfeld defekt

Schon am Montagmorgen gab es erste Anrufe: Bei einem Kunden aus dem Raum Schrems ist das Ceran-Kochfeld kaputt, ein Austausch ist notwendig. Expert führt allerdings nur Vor-Ort-Reparaturen und Lieferungen von Ersatzgeräten durch. „Mit in den Betrieb nehmen wir keine Geräte, um unsere Mitarbeiter vor Ansteckung zu schützen“, präzisiert Hörmann. Bei neuen Aufträgen schaue man sich an, ob diese dringend sind – etwa weil es um die Behebung von Defekten geht – oder ob es sich um planbare, nicht zeitkritische Arbeiten handelt, die man auch aufschieben kann.

Außerdem achte man darauf, nicht zu viele Mitarbeiter gleichzeitig auf eine Baustelle zu schicken und dass dort Menschensammlungen vermieden werden.„Der Service ist jedenfalls gesichert, und wir versuchen, unsere Mitarbeiter in dieser Situation so gut wie möglich zu beschäftigen“, sagt Hörmann.

Neues Bad hat jetzt keine Priorität

Bei der Installateursfirma Krenn in Waidhofen werden die bestehenden Aufträge normal abgearbeitet. „Die Baustellen laufen weiter, lediglich ältere Kunden haben um eine Verschiebung gebeten“, erzählt Geschäftsführer Gerald Krenn.

Man nehme auch nach wie vor Aufträge an, jedoch rechne man damit, dass man sich im Moment wahrscheinlich nicht für ein neues Bad entscheidet, das habe sicher nicht oberste Priorität.

Ein paar Mitarbeiter wurden von Industriebetrieben wie der Firma Propet aus Gastern nach Hause geschickt, da dort derzeit besondere Hygienemaßnahmen herrschen. Hier sind die Montagearbeiten vorübergehend ausgesetzt und die Monteure bauen jetzt vorhandene Überstunden ab. Im Verkauf gibt es keinen Kundenverkehr, wer dringend ein Ersatzteil braucht, bekommt dieses jedoch auch.

Lagerhaus: Agrar-Standorte geöffnet

Beim Lagerhaus stellt sich die Situation so dar, dass die Agrarstandorte geöffnet sind. Die Versorgung mit Betriebsmitteln, Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz und Futtermitteln ist für die Landwirtschaft gewährleistet.

Der Handel ist auch für die Landtechnik ausgesetzt. Die Werkstätten haben für Reparaturen und Servicearbeiten ebenfalls geöffnet. In Bau- und Gartenmärkten gibt es ein eingeschränktes Sortiment. Lebensmittel, Getränke, Tiernahrung und Hygiene- und Pflegeartikel sind erhältlich.

Baustoff-Lieferung möglich, aber kein Handel

Der Baustoffhandel ist zur Zeit nicht möglich, jedoch die Zustellung von Baustoffen nach telefonischer Bestellung oder per E-Mail, ebenso die Bestellung von festen und flüssigen Brennstoffen und Treibstoffen. Die Tankstellen sind offen. Die Verwaltung wurde auf das Notwendigste reduziert.

Appel reduziert auf Notbetrieb

Im Sinne der Vernunft hat auch die Firma Appel in Vitis beschlossen, den Geschäftsbetrieb bis auf Weiteres auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. „Wir sind, soweit es geht, auf Notbetrieb heruntergefahren, sowohl im Geschäftslokal, wie auch auf den Baustellen“, erklärt Geschäftsführer Helmut Hörmann. „Viele unserer Partnerfirmen, ob Kunden oder Lieferanten, fahren gleichfalls sozusagen auf Standgas. Für diesen Zeitraum finde ich es auch moralisch wichtig, dass wir das machen“, führt er weiter aus. „Betriebswirtschaftlich ist das für zwei Wochen überbrückbar, jedoch für ein bis zwei Monate existenzbedrohlich. Sollte es so lange dauern, gibt es dafür aber auch mittlerweile Konzepte von der Regierung, die dann auch von uns in Anspruch genommen werden. Zur Zeit geht es über Betriebsurlaub und Überstundenabbau.“ Das sei der Zugang der Firma, und auch die restliche Vitiser Wirtschaft sehe das so, laut einem gemeinsamen Gespräch.

Postpartner-Stelle weiter geöffnet

Telefonisch ist die Firma nach wie vor erreichbar, und für Notfälle sind zwei Installateur-, eine Elektriker- und eine Fliesenleger-Partie auf Bereitschaft anwesend, die auch immer wieder benötigt werden. Ersatzteile sind ebenfalls erhältlich. Diese sind telefonisch zu bestellen und werden zur Abholung kontakt- und bargeldlos mit Lieferschein vor der Tür bereitgestellt.

Der Post-Service am Standort Vitis bleibt von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr geöffnet.